Krishna soll's richten

- Deepa Mehta gehört zu den Star-Regisseuren des indischen Gegenwartskinos. Nach drei starken Sozialdramen, die ihr im Ausland viel Lob und daheim Todesdrohungen der Hindu-Fundamentalisten eingebracht haben, zeigt sie mit ihrem ersten außerhalb von Indien gedrehten Film "Bollywood Hollywood" nun die heitere Seite ihres Könnens. Dabei bedient sie sich aus der Dramaturgie-Kiste der indischen Populärkultur: Pathetische Gesten gehören dazu wie die Rhythmen des Indi-Pop, die bunten Kleider und Musical-Gesänge des Bollywood-Kinos.

<P>Der Inder Rahul (Rahul Khanna) lebt zwar seit Jahren in Toronto, doch daheim geht es zu wie im Bombay des vorletzten Jahrhunderts: Großmutter Mummy ji (Dina Pathak) führt ihr Regiment, die frustrierte Mutter (Moushumi Chatterjee) hat Träneneinsatz zu ihrer Hauptwaffe gemacht. </P><P>Wichtiges Anliegen des streitbaren Matriarchats: Rahul soll heiraten, und zwar eine Inderin aus selbstverständlich besten, hochmoralischen Verhältnissen. Mehrfach am Tag dankt Mummy ji der Weisheit des Gottes Krishna, der ihre heimlichen Gebete erhörte, und die amerikanische Darstellerin Kimberly (Jessica Paré´) bei einem Unfall ums Leben kommen ließ. Dass Krishna dem trauernden Rahul auch noch ein sauberes indisches Mädchen zugeführt hat, scheint Omas Glück zu komplettieren.<BR><BR>Nicht verändert hat sich der kluge Blick der Regisseurin auf die Dinge. Denn indem sie von der Liebe zwischen den Sprösslingen zweier sehr unterschiedlicher indisch-kanadischer Familien erzählt, gelingt ihr in lustiger Form auch ein Kommentar über das Aufeinanderprallen der Kulturen, zu dem auch die Einsicht gehört, dass Indien selbst keineswegs homogen ist. Man kann bei "Bollywood Hollywood" also erstens viel lachen und zweitens etwas lernen. </P><P><BR><BR>"Bollywood Hollywood"<BR>mit Rahul Khanna, Dina Pathak<BR>Regie: Deepa Mehta<BR>Hervorragend </P><P>Rahul (Rahul Khanna) hat's nicht leicht, ist er doch dem tyrannischen Matriarchat von Oma und Mutter unterworfen.Foto: Verleih</P>

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