Lachen, Ballern, Action (Bildergalerie)

- Sie machen alles: Lucy Liu schält sich, Hintern voraus, aus einer Kiste in einem mongolischen Keller. Oben saufen die Eingeborenen. Eine blonde Maid reitet jauchzend auf einem elektrischen Bullen, als ob sie gerade einen Orgasmus hat. Und eine dritte, in Arbeiterklamotten, spielt und trinkt sogar die Mongolen an die Wand: "Ich bin kein Engel." Das hat man schon immer gewusst: Alex (Lucy Liu), Dylan (Drew Barrymore) und Natalie (Cameron Diaz) sind Daddys Töchter. Und Charlie, der sie seit jeher unsichtbar per Mikro leitet, ist zugleich ferner Vater, abwesend-anwesender Gott, heimlicher Liebhaber und der Einzige, mit dem sie flirten.

<P>Denn die Männer, die sie sonst umgeben, sind sämtlich Idioten - das wird jeder bestätigen, der den zweiten Teil dieses Kino-Remakes sieht, der auf einer TV-Serie der Siebzigerjahre basiert. Für andere Jungs wäre auch kein Platz im Film "3 Engel für Charlie - Volle Pulle", der Girl-Power total ist: Lachen, Ballern, Action. Und drei wunderschöne Frauen tun viele schöne Dinge. Im Minutentakt werden Kostüme und Schauplätze gewechselt, es gibt formidable Stunts, fast jede Szene ist tolle Pose.<BR><BR>Man sieht gern zu, wenn die drei einen Tresor knacken und sich mit Muskelprotzen prügeln. Die Story ist dagegen dürftig: Sie dreht sich um zwei Silberringe, die einen Code enthalten, der die Daten des FBI-Zeugenschutzprogramms enthüllt. Sie werden von Unbekannten gestohlen, und als die ersten Ex-Verbrecher mit neuen Identitäten ermordet werden, bittet das FBI Charlie und seine Engel um Mithilfe. Dabei kommt vor allen Dylan schnell ihre Vergangenheit in die Quere . . .<BR><BR>Aber das bleibt Nebensache, anderes dominiert: Pose, Geste, Glamour. Hier löst sich ein Film völlig von der Realität, wird, was er im Grunde sowieso schon ist, Zitat pur. Eine der wichtigsten Pop-Reverenzen ist dabei Demi Moore. Blendend aufgelegt spielt sie die mysteriöse Madison, einen Ex-Engel. Wenn Charlie Gott ist, kann ein gefallener Engel nur eines werden - auch der Teufel ist ein Pop-Star.<BR><BR>Schmerzhaft vermisst man manche "Charlies Angels"-Rituale, etwa den Anruf Charlies am Ende oder eine Szene, in denen eine Dame als Verführerin tumber Männer auftritt. Was auch fehlt, ist die selbstironische Ausgelassenheit des ersten Teils. Der als Clip-Macher bekannte Regisseur McG wollte offenbar seinen Figuren Tiefe geben - mit dem Ergebnis, dass sie braver, trister und etwas spießiger wirken. Man vergnügt sich, doch der Film bleibt ein Starvehikel. </P><P>- läuft hier im Kino</P><P></P><P><BR>"3 Engel für Charlie - Volle Power"<BR>mit Lucy Liu, Drew Barrymore, Cameron Diaz<BR>Regie: McG<BR>Sehenswert </P>

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