„Hirschen – Da machst was mit“: Laientheater auf Kinoleinwand

„Hirschen – Da machst was mit“ ist charmantes Improvisations-Kino – und daher nichts für Fans von konventionellen Popcorn-Filmen. Hier sehen Sie den Kinotrailer.

Das mit den Filmtrailern ist so eine Sache. Oft werden hier schon alle Pointen rausgehauen – der eigentliche Film ist dann nur noch enttäuschend. Bei „Hirschen – Da machst was mit“ ist das anders. Dessen Trailer ist gewissermaßen ein Nerventest, ob man sich die zweistündige Langfassung überhaupt anschauen sollte. Denn komprimiert auf knapp drei Minuten gibt’s hier den Voreindruck: Gedudel, Gealber, Generve. Dass das keine gewöhnliche Komödie ist? Eh klar.

Sagen wir es so: Wer nur Blockbuster, hochprofessionelle Schauspieler, konventionelles Popcorn-Kino mag – der spare sich das Eintrittsticket. Wer aber Lust hat, sich einmal auf ein völlig durchgeknalltes Experiment einzulassen, der ziehe los, das Hirschen zu lernen.

Schon, weil er so engagiert für das Projekt gekämpft hat, verdient Regisseur George Inci Anerkennung. Über acht Jahre schrieb er am Drehbuch. Durch Schauspielerin Beatrice von Moreau kam er auf das Dorf in Osttirol, in dem dieser Heimat-Klamauk spielt. Die echten Dorfbewohner mimen die filmischen Dorfbewohner. Laientheater auf großer Leinwand.

Die Handlung ist ebenso schräg wie der Ort der Umsetzung: ein Tiroler Dorf, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Von außen betrachtet. Doch es ist wie so oft im ländlichen Raum: Als eine Firma, der einzig große Arbeitgeber im Ort, schließt, sind fast alle Dorfbewohner arbeitslos. Wegziehen? Kommt für eine Stammtisch-Truppe nicht in Frage. Sie setzen stattdessen darauf, Wildunfälle zu provozieren. Schließlich haben doch alle was davon: Arzt, Automechaniker, Hotelwirtschaft. Das alles anzuschauen, ist ein bisschen wie beim Bauerntheater Mäuschen zu spielen. Irgendwo in Bayern oder Österreich, wo sich Freunde, die einander seit Kindheitstagen kennen, gemeinsam austoben. So ist’s bei „Hirschen“: Die Darsteller haben selbst am meisten Spaß. Den Zuschauer verlieren sie dabei leider oft in diesem Zweistunden-Koloss.

von Katja Kraft

„Hirschen – Da machst was mit“

mit Beatrice von Moreau

Regie: George Inci

Laufzeit: 125 Minuten

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