Packendes Familiendrama

"Land der Wunder": Fernsehshow zum Glück

Die zwölfjährige Gelsomia lebt mit ihren Eltern in der Toskana. Um die finanzielle Not zu lindern, meldet sie ihre Familie bei einem Fernsehwettstreit an. Die Kritik zu "Land der Wunder":

Es muss nicht immer alles sinnvoll sein. Federico Fellini etwa bezauberte in manchen Werken einfach durch poetischen Nonsens und schwer durchschaubare Schrulligkeiten. Sein Kollege Pier Paolo Pasolini wiederum drehte ein paar Filme, die uns grundsätzlich vor die Frage stellten: Was soll das denn?

Die junge italienische Regisseurin Alice Rohrwacher fühlt sich der Tradition ihrer künstlerischen Vorfahren offensichtlich verpflichtet, wobei ihr Weg deutlich in Fellinis Richtung weist. In „Land der Wunder“ arbeitet die 33-Jährige mit zahlreichen Metaphern und wunderschönen Bildern. Ihre Protagonisten, Mitglieder einer durch und durch verqueren Familie, hausen irgendwo im heruntergekommenen italienischen Hinterland und kümmern sich um ihre kleine Landwirtschaft. Obwohl der Vater meint, das Aussteigerleben seiner Sippe zu bestimmen, hat sich die zwölfjährige Gelsomina (Maria Alexandra Lungu) längst als Chefin etabliert. In dem jungen Mädchen nun kämpfen Stadt und Land, Gefahr und Behütetsein, Zivilisation und Natur um die Vorherrschaft. Immer wieder präsentiert uns Rohrwacher ihre Heldin in berauschenden Aufnahmen – Gelsomina ist eine Bienenflüsterin und beherrscht die Tiere wie keine andere. Immer wieder entführt uns die Regisseurin vom Hippie-Bauernhof in ein modernes Märchenreich mit Monica Bellucci als Königin. Der Mix aus Realität und Spinnerei zieht sich zwar ein wenig, zaubert uns alles in allem aber ein Lächeln ins Gesicht. So verträumt und verrückt wurde eine Pubertäts-Geschichte bisher selten erzählt.

„Land der Wunder“

mit Alba Rohrwacher

Regie: Alice Rohrwacher

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Amarcord“ mochten.

von Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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