Lausbubenstreiche

- Nach den desaströsen Kassenerlösen im vergangenen Jahr haben die Kinobetreiber eine geniale Idee gehabt: In Zukunft wollen sie wieder ein besseres Programm anbieten. Vielleicht ist das der Grund, dass nun ein bereits vier Jahre alter Film aus den Niederlanden nach Deutschland kommt.

Vielleicht hofft man auch nur, dass "Pietje Bell und das Geheimnis der schwarzen Hand" auch hier zu Lande der erfolgreichste Kinderfilm aller Zeiten werden möge. Was immer dahinter steckt, Kinder und Eltern dürfen sich freuen.

Denn der Film zeigt, dass Holland mehr zu bieten hat als wässeriges Gemüse, geschmacklosen Käse und launische Fußballer. Dort kennt und liebt jedes Kind den frechen Pietje Bell, einen Lausbuben wie Astrid Lindgrens "Michel aus Lönneberga".

Regisseurin Maria Peters hat aus fünf der insgesamt acht Büchern des Autors Chris van Abkoude ein temporeiches "Best of" gebastelt. Schon in der ersten Szene bringt es der achtjährige Pietje fertig, eine langweilige Rotterdamer Straßenparade in ein fröhliches Chaos zu verwandeln und dadurch sogar den Sprung auf die Titelseite der Lokalzeitung zu schaffen. Ermuntert durch seinen antiautoritären Vater treibt er munter weiter seine Streiche. Die sind mitunter ganz schön derb - etwa wenn er das Gebiss der ungeliebten Tante als Kastagnetten missbraucht -, doch die meisten Leute lieben seine verrückten Einfälle und sind begierig auf immer neue Geschichten.

So steigert die Zeitung kräftig ihre Auflage mit Pietjes Späßen und kann die allgegenwärtige Arbeitslosigkeit auf die hinteren Seiten verbannen.

Die Mechanismen der Mediengesellschaft greifen also schon in den 30er-Jahren. Das erfährt auch Pietje bald schmerzlich. Denn als die Polizei ihn für einen Dieb hält, obwohl er in Wahrheit nur eine Räuberhöhle aufgespürt hat, kriegt er prompt nur noch schlechte Schlagzeilen.

Voll Wut taucht er mit seinen Freunden unter und gründet den anarchischen Geheimbund "Die schwarze Hand". Von nun an kümmern sie sich um die wirklich wichtigen Dinge und verteilen das Diebesgut unter den Not Leidenden, getreu nach Pietjes Motto: "Ich gebe, was ich nicht selber brauche." Denn Pietje ist mehr als ein unbeugsamer Junge . . .

"Pietje Bell"

mit Quinten Schram. Rick Engelkes

Regie: Maria Peters

Sehenswert

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