Spurwechsel im Leben

"Learning to drive": Romantische Komödie mit Ben Kingsley

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Isabel Coixet erzählt in „Learning to drive“ von der Freundschaft zwischen zwei ungleichen Menschen. Hier gibt's den Kinotrailer zu Romantikkomödie mit Ben Kingsley.

Tagsüber bringt der frühere Universitätsprofessor Darwan (Ben Kingsley) Menschen aller Altersgruppen das Autofahren bei. Nachts fährt er Taxi. Dabei begegnet er der frisch getrennten Wendy (Patricia Clarkson) zum ersten Mal. Er bietet ihr Fahrstunden an und wird bald zu einem wichtigen Lehrer und Mentor für die aufgewühlte Frau mittleren Alters, deren Leben sich gerade dramatisch ändert. In dem scheinbar unendlich gelassenen, durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Darwan findet Wendy einen lebensklugen Zuhörer, der ihr Trost und Zuversicht spendet – und bald schon zu einem guten Freund wird.

Fahrstunden als Lebenshilfe: Die Geschichte von „Learning to drive“ ist nicht allzu komplex angelegt. Die mit Alltagsdingen seltsam unbeholfene Literaturkritikerin Wendy versucht, ihr ungewohntes Dasein als Alleinstehende in den Griff zu bekommen. Das versucht der Sikh Darwan ebenfalls, auch wenn die Probleme des indischen Immigranten anders aussehen als jene der großbürgerlichen New Yorkerin. Doch Isabel Coixet ist wenig interessiert an einer tiefer gehenden Darstellung oder gar Analyse der gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den beiden Menschen, die sich da im Auto plötzlich auf Augenhöhe begegnen. Mag die Konstellation anfangs noch Erinnerungen an die wunderbare, bittersüße und von Ruba Nadda so elegant in Szene gesetzte Romanze „Cairo Time“ mit Patricia Clarkson und Alexander Siddig geweckt haben: Coixet hat leider anderes im Sinn.

Aber was nur? Elegant ist „Learning to drive“ selten. Die Freundschaft der zwei ungleichen Menschen, die sich gegenseitig in ihren Lebenskrisen beistehen, ist sehr platt. Die Metapher des Autofahrens mit den dazugehörigen Brückenüberquerungen, Spurwechseln, unvorhergesehenen Ereignissen und plötzlichen Richtungsänderungen ist nicht neu und leider nicht mehr originell genug, um einen Film allein zu tragen. Das müssen die Hauptdarsteller Clarkson und Kingsley, seit „Gandhi“ schließlich Hollywoods Inder honoris causa, übernehmen. Glücklicherweise gelingt es ihnen spielend. Gegen zu viel Papier in den Dialogen sind aber auch die beiden vielfach Preisgekrönten machtlos.

„Learning to drive – Fahrstunden fürs Leben“

mit Ben Kingsley

Regie: Isabel Coixet

Laufzeit: 90 Minuten

Rubriklistenbild: © Alamode Film

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