Lebensmut durch Wundergaul

- Die Geschichte wirkt derart dreist erlogen, dass sie natürlich wahr sein muss. Ein Pferd wird nach einem Beinbruch (für Rennpferde eigentlich das sichere Todesurteil) von einer Familie aufgenommen und durch viel Liebe doch noch zum Champion. "Mariah's Storm" hieß der Vollblüter, der trotz Beinbruchs gegen alle Vorhersagen weiterhin Rennen gewann.

"Dreamer - ein Traum wird wahr" erzählt das gekonnt, aber weitgehend überraschungsfrei nach. Das Pfund, mit dem der Film wuchert, sind die Schauspieler, die der schier endlosen Rührseligkeit der Handlung etwas Realismus abtrotzen. Allen voran Kurt Russell, der als abgewrackter Pferdetrainer durch den Wundergaul wieder seinen Lebensmut findet. Elisabeth Shue, immerhin Oscar-Preisträgerin, ist hier als Ehefrau unterbeschäftigt, aber dafür darf das zwölfjährige Hollywood-Phänomen Dakota Fanning als pferdevernarrte Tochter eine geradezu furchteinflößend souveräne Vorstellung abliefern.

Kris Kristofferson hat einen kurzen, aber wirkungsvollen Auftritt als Brummbär, und damit kommt man als erwachsener Zuschauer halbwegs auf seine Kosten. Letztlich wendet sich der Streifen freilich eindeutig an Kinder, und die werden mit dem Film um Außenseiter, Zusammenhalt und die Macht des Liebe sicher ihren Spaß haben. Ein nettes, kleines Werk, das sich für einen Familienausflug ins Kino anbietet.

(In München: Mathäser, Maxx, Tivoli)

Zoran Gojic "Dreamer - Ein Traum wird wahr" mit Kurt Russell, Elisabeth Shue, Kris Kristofferson

Regie: John Gatins

Annehmbar

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