Leine ohne Hund

- Ben Affleck (31) gilt als einer der viel versprechendsten Jungstars in Hollywood, beschädigte aber 2003 mit dem Flop "Gigli" und seiner exzentrischen Beziehung zu Latino-Diva Jennifer Lopez sein Image. Der Action-Thriller "Paycheck", der heute anläuft, soll ihn rehabilitieren.

<P>Wird man paranoid, wenn man auf Schritt und Tritt beobachtet wird?<BR>Affleck: Was soll ich schon dagegen machen? Es ist merkwürdig, wenn jeder, den man trifft, seine Meinung über dich öffentlich kund tut. Ich versuche, freundlich zu allen zu sein. Und ich gebe immer ein gutes Trinkgeld.</P><P>In "Paycheck" kann der Held in die Zukunft sehen. Würden Sie das tun, wenn Sie es könnten?<BR>Affleck: Ich würde das nie machen. Es geschieht, was geschehen soll. Und was machen Sie, wenn Sie wissen, dass Sie in einer Woche von einem Bus überfahren werden? Das verdirbt einem die ganze Woche.</P><P>In dem Film werden Ihnen auch Teile der Erinnerung gelöscht. Was würden Sie aus Ihrem Gedächtnis löschen lassen?<BR>Affleck: Ich weiß schon, worauf Sie hinaus wollen. Es mag sein, dass es Ihnen erscheint, dass das letzte Jahr für mich nicht gut gelaufen ist. Aber das ist der äußere Eindruck. Für mich war 2003 in mancherlei Hinsicht sehr schön. Ich habe ein gutes Leben, und dafür bin ich dankbar. Außerdem: Wenn man alle schlechten Erfahrungen einfach auslöscht, wiederholt man seine Fehler. Jede Erfahrung hat ihren Sinn, auch wenn sie im ersten Augenblick unangenehm ist.</P><P>Ihre Beziehung mit Jennifer Lopez wurde in der Presse ausgewalzt. Können Prominentenpaare überhaupt ein normales Leben führen?<BR>Affleck: Bei manchen Paaren hat es funktioniert. Journalisten neigen dazu, das Leben in Hollywood verzerrt darzustellen, nicht zuletzt weil das Leben dort tatsächlich ein wenig verrückt ist. Aber andere Leute haben auch Eheprobleme.</P><P>Glauben Sie noch, was über Prominente in den Zeitungen steht?<BR>Affleck: Ich gehe davon aus, dass es falsch ist. Ich glaube auch nicht, dass die Menschen das besonders ernst nehmen. Diese ganze Geschichten über Prominenten sind so etwas wie eine Witzseite.</P><P>Ihre ersten Versuche als Schauspieler unternahmen Sie angeblich als Elfjähriger, indem Sie Ihre Mutter mit einem imaginären Hund genervt haben.<BR>Affleck: Es war ihre Idee. Ich wollte einen Hund, und sie sagte mir, wenn ich einen Monat so tun würde, als ob ich einen hätte, würde sie mir einen kaufen. Sie hat allerdings nicht damit gerechnet, dass ich mit diesem erfundenen Hund Gassi gehen würde. Jeden Morgen bin ich also mit der Leine in der Hand einmal um den Block, was rückblickend ziemlich erniedrigend war, aber eine gute Vorbereitung für den Beruf des Schauspielers. Den Hund habe ich trotzdem nicht bekommen. Meine eigene Mutter hat mich angelogen, deswegen bin ich wohl so geworden, wie ich bin. Kleine Hexe.</P><P>Das Gespräch führte Zoran Gojic<BR></P>

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