Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses

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Leinwand vor Mattscheibe

- Ohne Fernsehsender geht kaum mehr etwas im deutschen Kino. Auch die Spielfilme des Münchner Filmfests wurden zum größten Teil mit Hilfe der TV-Anstalten produziert. Kino ist gewissermaßen die Kür der Sender, denn das Pflichtprogramm besteht aus den für die eigene Ausstrahlung gedachten Fernsehfilmen. Diese vorzustellen, neben den neuen Kinoproduktionen, auch das betrachtet das Filmfest als seine Aufgabe.

<P>Allerdings wurde die Reihe der deutschen Fernsehfilme diesmal im Vergleich zum vergangenen Jahr um sieben Werke eingedampft. Ausschließlich um die Qualität der Reihe zu steigern, wie André´ Zoch versichert, der sie verantwortet. Deshalb hat er aus 70 eingereichten Beiträgen zwölf ausgesucht, die "Leckerbissen der neuen Fernsehproduktionen", nennt er sie. Eine sicher sinnvolle Änderung, denn sie erhöht die Attraktivität der gesamten Reihe - insbesondere für die Produzenten, die auf dem Festival ein überaus effektives Forum vorfinden, um ihre Werke zu präsentieren.<BR><BR>Im Kino leicht peinlich</P><P>Dennoch muss man sich die Frage stellen, ob die Fernsehfilme im Kino richtig aufgehoben sind. Natürlich sollen sie einem möglichst großen Publikum vorgestellt werden, und das geht nur dort. Dass davon allerdings nicht jede TV-Produktion profitiert, zeigt sich auch auf dem Filmfest. Was im Fernsehen funktionieren mag, kann auf der Kinoleinwand leicht peinlich wirken. Doch André´ Zoch hält es trotzdem für wichtig, die TV-Movies auf dem Festival zu zeigen: "Die Filme müssen sich an der großen Leinwand messen lassen. Die Zuschauer verlangen danach - so können sie Fernsehen auf eine andere Art genießen. Außerdem heißt es ja Filmfest und nicht Kinofest."<BR><BR>Tatsächlich gibt es einige Filme im Programm, die im Kino durchaus bestehen können. "Das Kommando" von Thomas Bohn liefert eine ganz eigene Mischung aus Fernsehdramaturgie und Kinoästhetik. Bohn erzählt eine klar strukturierte, spannende Geschichte in düsteren Bildern, oft mit Tiefenschärfe, und greift ein kontrovers diskutiertes Thema auf: Ein Sondereinsatzkommando der Bundeswehr soll im Kaukasus mutmaßliche Terroristen ermorden - streng geheim und illegal. Deutschland als heimlicher Wasserträger der USA im Kampf gegen den Terror. Die Aktualität spricht natürlich für den Film.<BR><BR>Auch für "Grüße aus Kaschmir" von Miguel Alexandre, eine spannende Liebesgeschichte, ebenfalls vor dem Hintergrund eines terroristischen Anschlages. In diesen Filmen nutzt das Fernsehen seinen Vorteil, schneller auf Aktualitäten reagieren zu können als das Kino. Kürzere Wege, kleinere Budgets und dennoch aufregende Ergebnisse, das ist der Idealfall.<BR><BR>Künftig mehr Private</P><P>Der ist nicht ganz eingetreten beim Gewinner des TV-Movie Awards. Dennoch ist "Kleine Schwester" ein respektables Fernsehspiel über den Bezug zu Heimat und Familie, mit den überzeugenden Schauspielern Maria Simon und Esther Zimmering. Das Ziel, einen Überblick über die gesamte Fernsehproduktion zu zeigen, hat Zoch noch nicht erreicht, vor allem weil ausschließlich öffentlich-rechtliche Filme ins Programm fanden. Im nächsten Jahr will er auch die privaten Sender stärker berücksichtigen und vielleicht auch Dokumentarfilme aufnehmen.</P>

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