Licht und Dunkelheit

- Die Romantrilogie des russischen Science-Fiction-Autors Sergej Lukyanenko gehört zu den erfolgreichsten Büchern des Landes. Im Gegensatz zu Tolstoi und Co, die man zwar noch im Regal stehen hat, gehören die Reißer des Ex-Psychiaters Lukyanenko zu den Büchern, die auch tatsächlich von der breiten Masse gelesen werden. Der Kultstatus der Trilogie ist mit dem des Tolkienschen "Herr der Ringe" vergleichbar, und so verwundert es wenig, dass der nun verfilmte erste Teil, "Wächter der Nacht", schon kurz nach dem Start in Russland zum erfolgreichsten Spielfilm aller Zeiten avancierte.

Die Handlung ist einerseits ähnlich verzwickt, aber andererseits ebenso simpel wie bei Tolkien: Gut und Böse kämpfen als die Mächte des Lichts und die Mächte der Dunkelheit bereits seit Jahrtausenden gegeneinander. Inzwischen hat sich ein Kräftegleichgewicht hergestellt, und die daraus resultierende Waffenruhe wird peinlich genau eingehalten.

Als der junge Anton (Konstantin Khabensky), ein wackerer Kämpe auf der Seite des Lichts, im Zweikampf eher aus Versehen einen nachtaktiven Gegner tötet, gerät der filigrane Frieden ins Wanken, und eine alles mit sich reißende Spirale von Mord, Totschlag, Hass und Gewalt setzt sich in Bewegung.

Regisseur Timur Bekmambetow hat früher vorwiegend Werbespots gedreht, und die dafür erforderliche Schnelligkeit und eingängige Ästhetik hat er geschickt auch in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm angewandt. Selten bot ein Actionthriller vor allem mit einem derart kargen Budget von nur fünf Millionen Euro eine so bildgewaltige, fantasievolle, optische Ausgestaltung wie "Wächter der Nacht". Rasante Schnitte und klug eingesetzte Spezialeffekte von bestechender Originalität führen den Zuschauer hinein in eine Fantasy-Welt, die sich inmitten der Plattenbauten des modernen Moskau versteckt und ganz ohne Helme, Ritter, und Pferde auskommt.

Ein wenig enttäuschend ist allerdings, dass der rote Faden der Handlung für Nicht-Kenner der Romantrilogie nur unter Mühen im Auge zu behalten ist.

(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Cinema i. O.)

"Wächter der Nacht"

mit Konstantin Khabensky

Regie: Timur Bekmambetow

Sehenswert

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