Licht im Plattenbau - Kraftvoll: "Meer is nich" von Hagen Keller

München - Auch im Osten scheint manchmal die Sonne. Was ungewohnt anmutet, wenn man sich der vielen in Grau gehaltenen, deutsch-deutschen Geschichten erinnert, die seit dem Mauerfall verfilmt wurden.

Glück im Plattenbau kam darin nicht vor. Hagen Keller entwirft in seinem leichtfüßigen "Meer is nich" das Bild einer Jugend zwischen Weimar und Jena. Mit lichtdurchfluteten Aufnahmen von jungen Mädchen bei der Band-Probe und verhärmten Vätern, die den ganzen Tag Zeitung lesen.

Denn etwas anderes bleibt ihnen nicht mehr bis zum Rentenbeginn. Debütant Keller färbt seinen Plot nicht rosarot, obwohl auch die erste sanfte Liebe der energischen Lena (Elinor Lüdde) stimmig und knapp erzählt wird. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit oder die Verzweiflung, wenn man den Job erst mal los ist und sich unter Niveau verkaufen muss, durchzieht Kellers kraftvollen Sommerfilm wie ein roter Faden.

Trotzdem glüht "Meer is nich" vor Hoffnung und Optimismus von innen - genau wie seine großartige Hauptdarstellerin Lüdde. (In München: Monopol.) 

"Meer is nich"

mit Elinor Lüdde

Regie: Hagen Keller

Sehenswert

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