Kinotrailer und Filmkritik

"The Loft": Liebesnest und Todesfalle

Mit „The Loft“ liefert Regisseur Erik Van Looy die Hollywood-Adaption seines belgischen Thrillers aus dem Jahr 2008.

Fünf verheiratete Männer teilen neben ihrer langjährigen Freundschaft noch anderes, nämlich ein Luxusapartment in der Innenstadt. Dort gönnen sich abwechselnd der gestresste Stararchitekt, der gefragte Rechtsanwalt, der beliebte Psychiater oder der angespannte Unternehmensberater nach Dienstschluss das eine oder andere Schäferstündchen. Jeder besitzt einen Schlüssel, und auch sonst läuft alles ganz diskret ab, ohne verdächtige Kreditkartenabbuchungen. Bis eines Morgens einer der Truppe mit Champagnerflaschen im Arm die Tür öffnet, um alles für den Abend mit dem neuen Seitensprung zu arrangieren – und eine nackte, blutbesudelte Frauenleiche im Bett findet. Er trommelt die Freunde zusammen, und die verhalten sich bald, wie sich Menschen unter Druck eben verhalten: Sie verlieren die Nerven, lügen, verheimlichen und beschuldigen sich gegenseitig.

Erik Van Looy hat seinen perfiden Psychothriller, mit dem er 2008 in Europa Erfolge feiern konnte, jetzt in eine nicht weniger spannende US-Version umgewandelt. Die ist um einiges gelackter und hochglänzender als seine belgische Urfassung, aber das macht den Abgrund hinter der schimmernden Fassade nur noch deutlicher.

Seinen Inszenierungsstil mit zahlreichen Rückblicken hat Van Looy beibehalten – wie auch sonst vieles. Trotzdem ist sein fintenreicher Film keine Eins-zu-eins-Adaption mit amerikanischen Darstellern wie etwa Michael Hanekes „Funny Games US“.

„The Loft“ bedient die Hollywood-geschulten Sehgewohnheiten stärker, aber das kommt diesem Thriller gerade in den leisen Szenen zugute. Sehenswert und aufregend sind tatsächlich beide Produktionen.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Sofie Silbermann / SquareOne/Universum

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