Neuer Film für Kinder

"Lola auf der Erbse": Charmante Komödie für Kinder

München - Thomas Heinemann erzählt in seiner neuen Außenseiterkomödie "Lola auf der Erbse" die Geschichte von Lola, die mit Themen wie Alleinerziehung und Migration konfrontiert wird. Die Kritik:

Nein, eine Prinzessin ist sie nicht. Auch wenn der Titel das nahelegt. Die neunjährige Lola (Tabea Hanstein) lebt mit ihrer Mutter (Christiane Paul) auf einem Hausboot namens Erbse. Das klappt eigentlich ganz gut. Aber das Mädchen vermisst seinen Vater, der irgendwann einfach verschwunden ist. Vorher hat er Lola noch auf den Hals geküsst – die Stelle wäscht sie seitdem nicht. Das fantasievolle Mädchen bleibt mit ihren Träumen nachmittags meistens allein – bis ein Neuer in ihre Klasse kommt. Rebin. Der verhält sich noch merkwürdiger als Lola, finden die anderen. Die zwei Außenseiter freunden sich an. Aber da Rebins Familie illegal in Deutschland lebt, verläuft auch diese Freundschaft recht ungewöhnlich.

Thomas Heinemann hat seinen liebenswerten Spielfilm „Lola auf der Erbse“ an das gleichnamige Buch von Annette Mierswa angelehnt. Beide sind nicht nur für Kinder ab sechs Jahren geeignet, sondern, genau genommen, für die ganze Familie. Denn es geht nicht nur um ein Mädchen, das sich angesichts der Trennung der Eltern in Fantasiewelten flüchtet, sondern auch um Einsamkeit, Patchworkfamilien, Vertrauen, Ehrlichkeit und Vorurteile.

Ernste Themen spricht Heinemann geschickt, locker und sehr kindgerecht an, ohne etwas ältere Zuseher zu nerven. Eine sympathische Produktion voller origineller Einfälle, die Kinder ernst-nimmt – ohne belehren zu wollen. (In München: Mathäser, Monopol, Studio Isabella, Kino Solln.)

„Lola auf der Erbse“

mit Christiane Paul

Regie: Thomas Heinemann

Dieser Film könnte Ihnen und Ihren Kindern gefallen, wenn Sie „Rico“ mochten.

Von Ulrike Frick

Rubriklistenbild: © Sabine Finger/Farbfilm / dpa

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