Kinotrailer und Filmkritik

"Lone Survivor": Mehr als Gemetzel

Berlin - Ein Film für Pazifisten ist „Lone Survivor“ nicht. Nur wer Krieg auch als Mittel im Kampf gegen Schlimmeres begreift, mag verstehen, was Peter Berg und sein Team erzählen möchten.

„Lone Survivor“ ist ein Heldenlied auf einen Trupp Soldaten in Afghanistan. Ein sehr amerikanisches Heldenlied voller Action, Gewalt und Moral. Und dennoch wird man diesem Film nicht gerecht, wenn man ihn nur als Durchhalteparole für den „Weltpolizisten“ USA begreift.

Mark Wahlberg ist Marcus Luttrell. Der Navy-Seal sollte 2005 mit drei Kameraden einen Taliban-Führer aufspüren. In ihrem Versteck wurden die Soldaten zufällig von Hirten entdeckt, ließen diese aber ziehen, weil sie keine Unschuldigen töten wollten. Kaum entronnen, alarmierten die Ziegenhüter die Taliban. Im Nu waren die Amerikaner umzingelt.

Was zunächst wie ein moralisches Gedankenspiel mit blutigem Ende klingt, ist tief unter der Oberfläche auch ein Plädoyer für Humanität. All die Szenen, in denen Soldaten im Kugelhagel Abhänge hinunterstürzen, diese kleinen, verletzlichen Menschen immer wieder auf riesige Felsen prallen, ein jeder von ihnen in Einsamkeit auf den Tod wartet, stillen zwar den Zuschauerdurst nach Action und Tragik. Zugleich aber symbolisiert das Leiden jener Männer, die soeben noch das Leben Unbeteiligter schützten, das Auslöschen des Individuums, das jeden Krieg kennzeichnet, auf ungeheuer drastische Weise. Die Taliban dagegen haben ihre Individualität verloren. Ihrem Gemetzel stellt Peter Berg die Milde der Bewohner eines Paschtunendorfs gegenüber.

Die erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten

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„Lone Survivor“ ist ein Film mit vielen Ebenen. Vordergründig verbreitet er ein unkritisches Bild der patriarchalen Gesellschaft hüben wie drüben und das übliche Heldenpathos. Hinter all dem Machokult versteckt sich die Einsicht, dass fast alle Gesellschaften dieser Welt blind und verbohrt sind. Aber es gibt Abstufungen – und diese sind im Film zu sehen.

Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © SquareOne/Universum Film/dpa

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