Lust an der Macht

- "Spiel der Macht" ist eine merkwürdige Angelegenheit. Denn an den erkennbaren Ambitionen der Macher gemessen, ist er gescheitert ­ allerdings auf hohem Niveau. Steve Zaillian erzählt die Geschichte des Provinzpolitikers Willie Stark (Sean Penn), der mit einfachen Wahrheiten und einer charismatischen Persönlichkeit beim Wahlvolk im Süden gut ankommt. Der Journalist Jack Burdon (Jude Law) wird auf Stark aufmerksam und entwickelt sich vom Berater zum Regisseur einer großen Karriere. Beseelt von dem Gedanken, es den lahmen Bürokraten im Politbetrieb zu zeigen, lässt sich der idealistische Politiker von dem Journalisten in Szene setzen. Stark gewinnt Geschmack daran, jemand zu sein, und entfernt sich dabei von den Menschen, die er zu vertreten vorgibt. Am Ende ist er ein populistischer Machtpolitiker, der keinen Widerspruch mehr duldet.

Diese Fabel hat schon Robert Rossen 1949 verfilmt. "Der Mann, der herrschen wollte" gilt als Meilenstein des politischen Kinos in Hollywood, und daran wollte Zaillian erkennbar anknüpfen. Aber so recht mag es nicht gelingen, und das liegt genau an diesem Ehrgeiz. Wo sich die Vorlage noch damit begnügte, eine Reportage über einen realen Politiker (Huey Long aus Louisiana) wahrheitsgetreu, also eher nüchtern, zu verfilmen, sprengt Zaillians Absicht das Kino zur moralischen Anstalt zu machen, die Geschichte. Die ohnehin offenkundigen Anspielungen auf aktuelle moralische Korruption, Machtmissbrauch und Verlogenheit der politischen Klasse verlieren durch die demonstrative Betonung an Reiz. Sean Penn wirft sich noch dazu mit einer brachialen Vehemenz in die Rolle, als wolle er alles um sich in Grund und Boden walzen. Das passt natürlich zu seiner Rolle, wirkt aber zunehmend etwas pompös. Aber immerhin: Es wirkt.

Jude Law, der als zynischer Strippenzieher im Hintergrund eigentlich die interessantere Rolle hat, kann dem nichts entgegen setzen und erscheint streckenweise geradezu hilflos. Einzig Anthony Hopkins kann als fatalistischer Ziehvater des politischen Wunderkindes echte Glanzpunkte setzen. Als Epos über Aufstieg und Fall eines Gernegroß erfüllt der Film seine Aufgabe. Aber der große Wurf, der "Spiel der Macht" wohl werden sollte, ist er nicht. (Ab morgen in München: Monopol.)

"Das Spiel der Macht"

mit Sean Penn, Anthony Hopkins

Regie: Steve Zaillian

Annehmbar

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