Manitus Fußstapfen: "Umsonst ist das nicht"

- München - Bully Herbigs neuer Film - nach dem "Schuh des Manitu" sehnlichst erwartet - hat einen ziemlich ungewöhnlichen Titel: "(T)Raumschiff Surprise & 8211; Periode 1". Die Exklusivvermarktung hat die Münchner Agentur "MR & 8211; Merchandising & Retails" übernommen. Und schon jetzt deutet sich an, dass hier der Kommerz im Bereich Rundum-Vermarktung von Kino in ziemlich ungewöhnliche Dimensionen vorstoßen wird.

Im Internet kann man bereits vor dem Start des neuen "Bully"-Werks (ab kommender Woche im Kino) im virtuellen Warenkörbchen "Vulcanettenluder-T-Shirts", "Logo-Tassen", Bettwäsche und Strampler, Computerspiel und (T)Raumschiff-Puzzle und vieles mehr ordern. Alles Produkte im Zusammenhang mit der Science-Fiction-Blödelei um Käpt'n Kork und Mr. Spuck.<BR><BR>Der absolute Vermarktungs-Knüller gelang der "MR & 8211"-Agentur von Marlies Rasl dabei durch einen Deal mit der Fastfoodkette McDonalds. Seit vergangenen Samstag werden in allen 1200 deutschen McDonalds-Filialen vier Wochen lang "Chicken Premiere Surprise"-Burger mit Semmeln in speziellem Design einzeln und als Menü, sowie als potentielles Kultprodukt eine eigens kreierte "Käsesahne" angeboten.<BR><BR>Wieviel die Burgerbrater für die Nutzungsrechte der Marke "Bully" bezahlt haben, will Rasl nicht verraten, "aber umsonst ist das nicht". Rasl, deren Agentur (8 Angestellte) seit sieben Jahren auch viele US-Blockbuster vermarktet, unter anderem die "Herr der Ringe"-Trilogie sowie aktuell "Spiderman 2", achtet dabei vor allem darauf, dass der "Sympathieträger" Bully nicht verschlissen wird, und dass sich Vermarktungen nicht vermischen. Herbig ist an allen Verhandlungen direkt beteiligt und gestaltet seine Vermarktung aktiv mit.<BR><BR>Das so genannte Merchandising, längst eine der Haupteinnahmequellen im Filmgeschäft, ist nur das eine wichtige Glied in der Vermarktungskette. Genau ausgeklügelt war auch die Pressekampagne zu "(T)Raumschiff Surprise". Jenen Journalisten, die es nicht erwarten konnten, zeigte man vor Wochen zunächst nur die ersten 20 Minuten des Films. Das fertige Werk gibt es erst bei der Münchner Premierenfeier nächste Woche zu sehen.<BR><BR>Einerseits wurden auch Interviews mit Bully knapp gehalten, andererseits gab es bereits überaus wirkungsvolle Fernsehauftritte bei "Wetten das?" und "Beckmann". Kommende Woche ist noch die Visite bei Anke Engelkes Late-Night-Show geplant.<BR><BR>Trotz aller Vorschusslorbeeren dürfte es für Bully noch spannend werden. "Wir tun alles, damit der Film ein Supererfolg wird", meint Constantin-Vorstand Thomas Friedl, "und dass das gelingt, zeichnet sich jetzt schon ab."<BR><BR>Bei viereinhalb Millionen Euro liegt laut Friedl der Werbeetat für den Film, der mit 900 Kopien in die Kinos kommt - eine Zahl, die üblicherweise US-Blockbustern vorbehalten bleibt. Die Produktionskosten lagen immerhin bei 9 Millionen Euro.<BR><BR>Wenn es nur annährend gelingt, die Zuschauer ähnlich zu begeistern, wie bei "Manitu" (12 Millionen Zuschauer), können sich alle Seiten trotzdem die Hände reiben. Der spielte allein im Kino 65 Millionen Euro ein, mehr als jeder deutsche Film zuvor.<BR>

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