Der Mann aus dem All

- Am Anfang steht er einfach nur da: Ein Mann mittleren Alters im blauen Blouson und mit einer großen Sonnenbrille auf der Nase lässt die anderen Menschen vorbeihasten, während er selbst in einer riesigen Bahnhofshalle dem turbulenten Treiben nur zusieht. Nichts an dem Kerl ist außergewöhnlich, und dennoch gelingt es Regisseur Iain Softley bereits in dieser ersten Szene, seiner Hauptfigur Prot einen Hauch von Mysterium zu verleihen.

Kevin Spacey spielt diesen rätselhaften Prot, der behauptet, vom Stern namens K-Pax zu kommen. Und er bleibt auch dabei, als ihn Psychiater Powell (Jeff Bridges) genauesten Untersuchungen unterzieht. Prot ist derart überzeugend, dass des Doktors Weltbild atomisiert ist, noch bevor der vermeintlich Außerirdische sein tatsächliches Schicksal unter Hypnose preisgibt. <BR><BR>Charaktere, die zunächst eine gewisse Mattigkeit ausstrahlen, sich dann aber als äußerst lebendig erweisen, liegen Kevin Spacey besonders. Das weiß man spätestens seit "Die üblichen Verdächtigen" oder "American Beauty". Doch gerade diese unbezwingbare Präsenz erweist sich in Iain Softleys "K-Pax" als Problem. <BR><BR>Spacey rückt durch seine beeindruckende darstellerische Leistung so sehr ins Zentrum des Films, dass für den Rest zu wenig Raum bleibt: für die intelligente Geschichte, für den Zynismus des Co-Stars Jeff Bridges sowie für die nur noch als Stichwortgeber fungierenden Nebenfiguren. Softleys kleines, unprätentiöses und kluges Werk gerät dadurch unversehens zum Starvehikel. Und das war vermutlich das Letzte, was der Regisseur wollte. <BR><BR>"K-Pax" mit Jeff Bridges, Kevin Spacey <BR>Regie: Iain Softley <BR>Sehenswert

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