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Vereint in Trauer: Justin (Josh Wiggins) hat den Bruder verloren, Max sein Herrchen. 

Kaum mehr als ein verkitschtes Rührstück

"Max": Hundeherz in Brüche

Die Idee ist rührend. Seit dem Ersten Weltkrieg sind Hunde im Kriegseinsatz – ihnen will Regisseur und Drehbuchautor Boaz Yakin mit diesem Film ein Denkmal setzen. Leider verfällt er da gar zu sehr in US-amerikanischen Patriotismus.

Max, der belgische Schäferhund, der stellvertretend für alle anderen US-Truppen-Hunde steht, gehört natürlich einem ehrenvoll im Afghanistan-Einsatz gefallenen Soldaten. Mustersohn, smart, das Bild von einem Amerikaner. Wir sehen Max kurz im Einsatz, hechelnd durch die sandige Hitze laufen. Aus seiner Perspektive dürfen wir für ein paar Minuten in die Welt von Armee-Hunden blicken.

Das war’s dann auch schon. Soldat stirbt, Hund trauert. Kleiner Bruder des Gefallenen übernimmt den Vierbeiner. Die Trauer der Familie wird schnell abgehandelt. Bisschen kitschige Musik, bisschen salbungsvolle Worte. Weiter geht’s. Schnell stellt sich heraus: Der traurige Hintergrund – Hunde im Kriegseinsatz – ist nur Vorwand für das Erzählen eines dahinplätschernden Jugendfilms über die Annäherung zwischen Mensch und Hund. Das etwas dicklich gewordene ewige „Gilmore Girl“ Lauren Graham steht sinnbildlich für diese recht platte Geschichte: Statt ihren geistreichen Witz darf sie hier nur biederes Muttchen-Sein präsentieren. Yakin entschied sich dafür, ein verkitschtes Freundschaft-geht-über-alles-Stück zu inszenieren, statt hinzuschauen, was im Kriegseinsatz tatsächlich passiert. Schade, denn das Thema wäre es wert, erzählt zu werden. (In München: Mathäser.)

Katja Kraft

„Max“

mit Josh Wiggins, Lauren Graham 

Regie: Boaz Yakin 

Laufzeit: 111 Minuten

Annehmbar

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Hachiko“ mochten.

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