Beeindruckendes Kinodrama

"Melodys Baby": Fluch einer Leihmutterschaft

Bernard Bellefroid schildert in „Melodys Baby“ beklemmend eine Leihmutterschaft

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Es beginnt mit einem Vertrag: Die Friseurin Melody (Lucie Debay) braucht Geld, und Emily (Rachael Blake) sehnt sich nach einem Baby. Man einigt sich – 50 000 Euro für eine Leihmutterschaft. Mit der künstlichen Befruchtung beginnt in „Melodys Baby“ jedoch eine schier ausweglose Geschichte um Vertrauen und Misstrauen, Abhängigkeit, Zweifel und um die Frage nach einer ehrlichen Mutter-Kind-Beziehung. Melody hat nicht nur kein Geld, sie hat auch kein Dach über dem Kopf. Aber sie hat einen Traum: einen eigenen Salon. Um das Startkapital aufzubringen, trägt sie das Kind aus.

Dass das Geschäft so einfach dann doch nicht ist, spürt die junge Frau schon beim ersten Treffen mit der wohlhabenden Emily. Zwischen den beiden entspinnt sich eine enge Verbindung, die zeitweise sogar fröhlich und leicht wird. Emily und Melody entwickeln sich mehr und mehr zu einem Mutter-Tochter-Gespann – Lucie Debay und Rachael Blake beeindrucken hier durch ihr intensives Zusammenspiel.

Der Belgier Bernard Bellefroid zeichnet ein düsteres, emotional dichtes Drama mit überraschenden Wendungen. Dem Regisseur geht es um die Frage, was eine Eltern-Kind-Beziehung ausmacht. Ist sie genetisch oder emotional bedingt? Darf man einem Kind seine Herkunft verschweigen? Das ständige Ringen der Frauen mit ihrer Situation entwickelt sich zu einer berührenden Tragödie.

Ute Wessels

„Melodys Baby“

mit Lucie Debay, Rachael Blake

Regie: Bernard Bellefroid

Laufzeit: 91 Minuten

Rubriklistenbild: © MFA+ FilmDistribution e.K./dpa

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