Metzeleien am Fließband

- Wer sich angesichts der Folterbilder aus dem Gefängnis in Bagdad noch immer fragt, wie es so weit kommen konnte, dem sei der Film "The Punisher" empfohlen. Er zeigt menschliche Bestien, sadistische Metzeleien und extreme Brutalitäten am Fließband. Es gibt etliche Filme im Jahr, die besser nicht den Weg über den großen Teich gefunden hätten. Doch selbst unter denen gibt es nur wenige, die so verachtenswert sind.

<P>Vorlage ist eine populäre Comicfigur, der unerbittliche "Punisher". Dahinter verbirgt sich der ehemalige FBI-Agent Frank Castle (Tom Jane), der nach der Ermordung seiner ganzen Familie gnadenlose Rache am Unterweltboss Howard Saint nehmen will (John Travolta). Akribisch bereitet er seinen Feldzug vor, zu dem er sich mit einem Totenkopf-Shirt ausstattet. Die weitere Handlung ist absehbar. Es fließen Hektoliter von Kunstblut, ehe es zum entscheidenden Duell zwischen "The Punisher" und dem Bösewicht Caine kommt.<BR><BR>Der Regiedebütant Jonathan Hensleigh drehte den Film in nur 52 Tagen und einem für Hollywood-Verhältnisse niedrigem Etat. Offenbar wollte Hensleigh zeigen, dass Brutalität auf der Leinwand keine Frage des Aufwands, sondern des Willens dazu ist. Fraglos ist ihm dieser Beweis gelungen. Und fraglos dokumentiert "The Punisher" auch einen Tiefpunkt in der Karriere von John Travolta, der offenbar dringend Geld brauchte. Es ehrt allerdings die Zuschauer in den USA, dass sie dieses Machwerk zu keinem großen Erfolg an den Kassen gemacht haben. <BR><BR>"The Punisher"<BR>mit John Travolta, Tom Jane,<BR>Laura Haring<BR>Regie: Jonathan Hensleigh<BR>Unerträglich <BR></P>

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