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Aufwändige Handarbeit: Designerin Cornelia Freche (li.) und Herstellungsleiterin Romy Roolf.

Damit Lillifee abhebt

Naumburg  - Ihre Lieblingsfarbe ist Rosa, ihr Kleiderschrank sieht einem Saal in einem Schloss ähnlich, und dem Schwein Pupsi kann sie das Fliegen beibringen. Sie ist eine Mischung aus Königstochter und Zauberwesen. Prinzessin Lillifee heißt die Heldin des gleichnamigen Trickfilms, der derzeit in den Kinos zu sehen ist.

Ihr Aussehen verdankt sie der Designerin Cornelia Freche aus Naumburg in Sachsen-Anhalt. Im Atelier der 42-Jährigen liegen unzählige Blätter, auf denen Lillifee zu sehen ist: ob als Bleistiftskizze oder als mit sauberem Strich gezeichnetes farbiges Bild. Auch von Computer-Bildschirmen lächelt sie.

Ihre Film-Heldin hat die Designerin nach der Vorlage der Kinderbücher von Monika Finsterbusch gestaltet. „Ich musste darauf achten, dass es einen Wiederkennungseffekt gibt“, sagt Freche. Lillifee sollte darüber hinaus filmtauglich rennen, gehen, sich drehen und fliegen können – also „animierbar“ sein. „In den Büchern hat sie wilde Haare und ist eine zarte Figur, was ich so nicht übernehmen konnte. Es war nötig, sie insgesamt kompakter und größer zu gestalten.“

Einen breiteren Spielraum hatte die Designerin bei der Entwicklung der übrigen Feen. „In den Büchern gibt es sie nicht, sie wurden extra für den Film erfunden.“ Feuer, Eis und Wind heißen die Feen, die in ständigen Wettflügen ermitteln, wer schneller und besser ist und damit den übrigen Bewohnern des Landes Rosarien gehörig auf die Nerven gehen.

Vier Monate hat Cornelia Freche an der Gestaltung ihrer Figuren gearbeitet. Andere Kollegen entwickelten die Tiere wie das Schwein Pupsi, die Mäuse Cindy und Clara oder den Frosch Carlos. Weitere vier Monate waren Freche und ein Team damit beschäftigt, die Hintergründe für den Film abzustimmen. Insgesamt waren laut Angaben der Produktionsfirmen rund 100 Designer, Zeichner, Animatoren, Producer, Regisseure und Cutter in Deutschland und Asien an „Prinzessin Lillifee“ tätig.

Zwei Jahre vergingen, bis der Film im März in die Kinos kam. 100 800 Einzel-Zeichnungen und 1100 Hintergründe liegen dem Trickfilm zugrunde, der gemeinsam von der Caligari Film- und Fernsehproduktions GmbH sowie der Neuen deutsche Filmgesellschaft mit Sitz in München produziert wurde.

Obwohl Freche, die Porzellandesign an der Hochschule für Kunst und Design in Halle studiert hat, erstmals Charaktere für einen Trickfilm entworfen hat, ist sie in der Branche kein Neuling mehr. „Kleiner Eisbär“, „Lauras Stern“ und „Ein Fall für Freunde“ sind einige der auch in Sachsen-Anhalt entstandenen Produktionen, an denen sie mitgewirkt hat. „Das ist ein Trend, dass Kinderbücher als Vorlage für Animationsfilme dienen“, sagt Freche.

Und darin erkennt Gabriele Walther, Geschäftsführerin der Caligari Film und Drehbuchautorin von „Prinzessin Lillifee“, ein Erfolgsrezept: „Die Umsetzung von bekannten Kindermarken ist hilfreich, da wir in Deutschland nicht über so hohe Werbeetats verfügen wie die Amerikaner.“ Cornelia Freche indes arbeitet schon wieder an einem neuen Projekt: „Jonalu“ heißt der Zeichentrickfilm für Vorschulkinder. Doch die müssen darauf noch bis Herbst warten – dann wird er vom ZDF ausgestrahlt.

Christina Onnasch

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