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Eine Filmszene aus Knowing.

Die Prophetin aus dem Klassenzimmer

Anfangs spannend, später nur ein Endzeit-Aufguss: Der Mystery-Thriller „Knowing“ mit Nicolas Cage

Was der Mensch in der Realität langsam, aber dennoch konsequent fertigbringt, geht auf der Kino-Leinwand bedeutend schneller und unbegrenzt oft: die Zerstörung unseres Planeten. Mit „Knowing“ nähert sich Hollywood dieser Thematik nun von der eher spirituellen Seite.

Es war also wieder Zeit für einen Weltuntergangsfilm, ist es doch schon Monate bis Jahre her, seitdem Regisseure sich aufgemacht haben, den Planeten und alles Leben auf ihm durch einen Meteoriten oder eine kilometerhohe Flutwelle vernichten zu lassen.

In „Knowing“ schreibt eine Grundschulklasse aus Lexington, Massachusetts, im Jahr 1959 ihre Zukunftsvisionen auf, um diese für ein halbes Jahrhundert in einer Kapsel zu verschließen. Caleb Koestler (Chandler Canterbury), Sohn des Astrophysikers John Koestler (Nicolas Cage), fällt 2009 bei Öffnung der Kapsel ein Blatt Papier in die Hände, das nur aus aneinandergereihten Zahlen besteht.

Es handelt sich um die Aufzeichnungen der kleinen Lucinda, die auf den ersten Blick keinen Sinn zu ergeben scheinen. Die Ziffern künden aber verschlüsselt von globalen Katastrophen, sowohl von vergangenen, als auch von drei unmittelbar bevorstehenden. Als John Koestler das entdeckt, versucht er, das Weltenende zu verhindern.

Als filmischer Apokalyptiker ist diesmal der australische Regisseur und Drehbuchautor Alex Proyas am Werk („I, Robot“). Eine Frage steht bei „Knowing“ über allen Dingen: Ist alles auf Erden vorbestimmt – oder geschehen Ereignisse rein zufällig?

Was als mysteriöser und recht spannender Thriller beginnt, wandelt sich im Laufe des Films aber zum seichten endzeitlichen Aufguss, gespickt mit biblischen Verweisen und nostradamischen Prophezeihungen. Bezeichnend, dass der Name des Auserwählten Jungen „Caleb“ ist: Im vierten Buch Mose war Caleb, dieser Jude aus der Zeit der Wüstenwanderung, einer der wenigen, die daran glaubten, das verheißene Land mit Hilfe Gottes erreichen zu können.

Regisseur Proyas setzt bei dieser teuren Blockbuster-Produktion auf Dauer-Heldendarsteller Nicolas Cage und seinen Hundeblick. Leider enttäuschen die Spezialeffekte überwiegend, die Handlung versandet nach gutem Beginn in einer Mischung aus Langatmigkeit und Kitsch.

Obwohl also „Knowing“ zu den besseren Vertretern des Weltuntergang-Kinos zählt, bedient dieser Streifen oft die typischen Klischees.

In München: Mathäser, Cinemaxx, Royal, Münchner Freiheit, Neues Gabriel, Cinema OV. „Knowing“ mit Nicolas Cage, Rose Byrne Regie: Alex Proyas Annehmbar.

Barnabas Szöcs

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