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Heike Makatsch spielt im Film "Hilde" Hildegard Knef.

Film der Woche

"Hilde" - Kritik, Bilder und Trailer zum Kinostart

Heike Makatsch spielt in "Hilde" den deutschen Nachkriegsstar Hildegard Knef. Erzählt wird von den Höhen und Tiefen im Leben der legendären Berliner Theater- und Filmschauspielerin, Chansonsängerin und Schriftstellerin. Hier gibt es die Kritik, den Trailer und Bilder zum Film.

Kai Wessels Film kreist von Beginn an um eine gute Frage: Wer war Hildegard Knef? Gestellt wird sie von Erich Pommer, dem einst aus Deutschland vertriebenen Regisseur, präzise dargestellt von Hanns Zischler.

Pommer wird zu Knefs Mentor, ohne es ihr, im Gegensatz zu anderen, zu leicht zu machen. Er schützt sie, stellt aber auch unangenehme Fragen nach ihrer Karriere, nach ihrer Moral. Darauf bekommt man im Film so wenig Antwort wie auf die entscheidende Frage. Erst am Ende sagt die Knef, gespielt von Heike Makatsch, vor ihrem Gesangsauftritt in Berlin: "Das hier ist Hildegard Knef".

Kinotrailer "Hilde"

Zuvor hakt der Film brav und völlig ideenlos über zwei Stunden die bekannten Stationen der ersten Hälfte der Knef-Biografie ab. Er setzt in den letzten Kriegsmonaten ein. Erzählt inmitten der sattsam bekannten Kulissen deutscher Kino-Trümmerästhetik von einem begabten Mädchen, das zum Film will und dafür alles zu tun bereit ist - Besetzungscouch inbegriffen. Die Liebe der Knef fiel in dieser Zeit immer dahin, wo es ihr auch beruflich nutzte. Wer ihre Memoiren liest, kann sehen, wie erstaunlich unverblümt sie damit umgeht.

Es wäre hochinteressant gewesen, einen Film zu sehen, der davon erzählt. Einen Film, der die Schattenseiten und Brüche in Knefs Leben, ihre Krisen, ihre Arbeitslosigkeit nicht verklärt. Und jene Zeit, als sie ihre besten Jahre hochbezahlt und mit einem strikten Studiovertrag vergeudete, der sie mit Nebenrollen abspeiste. Es wäre interessant gewesen, einen Film zu sehen, der die echte Knef zeigt, die zielstrebig, unerschrocken, auch kaltblütig war, die auch viele Schwächen hatte, aber sich immerhin selbst aus dem Sumpf zog. Und die vor allem aus ihren Schwächen kein Hehl machte. Wessel liefert das alles nicht.

Stattdessen verkitscht und harmonisiert er das Leben dieser komplizierten Frau, dünnt es auf Daily-Soap-Format aus. Eben dadurch bekam die Knef ja ihr Weltstar-Charisma: durch ihren Ruhm und durch ihre Krisen. Beides hing wie bei Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Romy Schneider untrennbar zusammen.

Ein prüder Film, was sich besonders an dem berühmtesten Kinoauftritt der Knef zeigt: der Nacktszene in "Die Sünderin". 1951 sah man ihre nackte Brust, Makatschs Busen, den die Schauspielerin in anderen Filmen ausgiebig gezeigt hatte, enthält der Film uns vor. So feige und fernsehhaft ist alles.

Heike Makatsch in der Titelrolle müht sich redlich. Aber Mühe allein genügt eben nicht. Sie sieht zwar aus wie die Knef, versucht zu sprechen und zu singen wie sie - doch es bleibt ein Imitat, keine Interpretation. Eine Travestie. Wer war nun Hildegard Knef? Heike Makatsch jedenfalls nicht. Und Wessels Film verrät gerade das, was die Knef groß machte. (In München: Cinemaxx, Gloria, Münchner Freiheit, Atelier, Rio.)

Rüdiger Suchsland

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