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Loriot, die Schauspielerin Ursula Werner, Regisseur Andreas Dresen und Schauspieler Ulrich Tukur (von links). 

"John Rabe" großer Sieger beim Deutschen Filmpreis

Berlin - Das Kriegsdrama “John Rabe“ von Oscar-Sieger Florian Gallenberger ist der große Sieger beim 59. Deutschen Filmpreis in Berlin.

Die auf Tatsachen beruhende Geschichte über einen Hamburger Kaufmann, der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg rund 250.000 Chinesen vor den Bombenangriffen der Japaner rettete, wurde nicht nur als bester Film ausgezeichnet, sondern holte die Lola auch in drei weiteren Kategorien.

Bilder der Preisverleihung

Deutscher Filmpreis 2009

Mit Filmpreisen in Silber und Bronze wurden die Tragödien “Im Winter ein Jahr“ und “Wolke 9“ ausgezeichnet.

Mit “John Rabe“ setzte sich der hohe Favorit durch. Leer ging dagegen das zuvor hoch eingeschätzte RAF-Drama “Der Baader Meinhof Komplex“ von Uli Edel aus. Ulrich Tukur holte die Trophäe als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als “Schindler von China“ in “John Rabe“.

Bei den Frauen setzte sich Ursula Werner für ihre Rolle in der Senioren-Sex-Tragödie “Wolke 9“ von Andreas Dresen durch, in der sie eine über 60-Jährige Frau verkörpert, die nach 30 Jahren aus ihrer Ehe ausbricht und sich neu verliebt.

Der Preis wurde in insgesamt 15 Kategorien verliehen und ist mit über 2,8 Millionen Euro der höchstdotierte Kulturpreis Deutschlands.

Loriot gerührt

Emotionaler Höhepunkt der über zweistündigen Gala war die Verleihung des Ehrenpreises aus den Händen von Michael “Bully“ Herbig an Vicco von Bülow alias Loriot (“Ödipussi“, “Pappa ante Portas“), der minutenlange stehende Ovationen erhielt. Loriot bedankte sich sichtlich gerührt und sagte, es sei selten, dass ein 85-Jähriger eine solch makellose Schönheit wie die Statue Lola in seinen Armen halten dürfe. Die Jury hatte ihre Wahl damit erklärt, dass Loriot Deutschland seit mehr als einem halben Jahrhundert mit seinem feinsinnigen Humor bereichere.

Der 36-jährige Gallenberger, der mit “Quiero Ser“ vor acht Jahren den Oscar für den besten Kurzfilm gewann, kam strahlend auf die Bühne, überließ die Dankesrede aber seinen Produzenten. “Wir haben lange für den Film gekämpft und sind unendlich dankbar“, sagte Mischa Hofmann. Gallenbergers Film hatte bereits auf der Berlinale gute Kritiken erhalten. Im Kino läuft es dagegen bislang enttäuschend: Seit dem Start Anfang April wollten den Film gerade einmal gut 80.000 Menschen sehen.

Werner überwältigt

Der 51-jährige Tukur bedankte sich vor den rund 1.500 Gästen im Palais unterm Funkturm vor allem bei seiner Frau, die ihn vor chinesischem Essen geschützt habe. Die 65-jährige Werner sagte: “Das ist für mich ein überwältigender Augenblick.“ Jetzt stehe sie plötzlich selbst mit diesem wunderschönen Preis auf der Bühne.

Aber auch die Krise kam bei der glanzvollen Gala zumindest zur Sprache. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte, diese werde wohl auch nicht spurlos an der Filmwirtschaft vorbeiziehen. Daher sei der Staat in der Verantwortung. “Kürzungen kommen für mich nicht infrage“, sagte der CDU-Politiker unter dem Beifall des Publikums. Der deutsche Film könne sich auf die Solidarität der Politik verlassen.

Eine gut gelaunte Barbara Schöneberger führte durch die Gala. Sie trat zunächst in einem engen, tief ausgeschnittetem roten Pailettenkleid auf und meinte, durch die Enge werde einiges nach oben gedrückt. Später trug sie dann eine goldenes Kleid mit Stola - in Anlehnung an die Sieges-Statue Lola. Dabei sang sie: “Ich bin die fesche Lola“.

Gekommen waren zu der Gala auch Veronica Ferres, Susanne von Borsody, Iris Berben, Hannelore Elsner und Karoline Herfurth. Bushido kam zusammen mit Filmproduzent Bernd Eichinger, der das Leben des Rappers verfilmen will.

Im letzten Jahr gewann der Episodenfilm “Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin den Deutschen Filmpreis als beste Produktion. Die Preisträger werden durch die mittlerweile rund 1.100 Mitglieder der 2003 gegründeten Deutschen Filmakademie ausgewählt.

AP

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