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Schon im „Da Vinci Code“ spielte er den Historiker Robert Langdon: Superstar Tom Hanks. „Illuminati“ ist eigentlich der Vorgänger, wurde aber als Fortsetzung gedreht.

„Illuminati“ uraufgeführt

Kirchen-Thriller feiert Premiere in Rom

Und wieder kommt ein Religionsthriller ins Kino: Gestern hat „Illuminati“ in Rom Premiere gefeiert – nachdem der Vatikan offenbar die Dreharbeiten erschwert hat.

Ausgerechnet im Schatten des Vatikans ist gestern Abend „Illuminati“ (englisch „Angels and Demons“) uraufgeführt worden. Schon 2006 hatte die Verfilmung eines Thrillers von Dan Brown für Furore gesorgt: „The Da Vinci Code – Sakrileg“. Dessen Geschichte basiert auf der These, dass Jesus Christus mit Maria Magdalena ein Kind gehabt habe. Der Kassenschlager mit Tom Hanks war von der katholischen Kirche scharf kritisiert worden. Nun kommt mit „Illuminati“ am 13. Mai eine weitere Brown-Verfilmung ins Kino. Darin plant ein Geheimbund die Zerstörung der Kirche, es geschehen Morde – was ebenfalls nicht wenig Zündstoff birgt. Die Hauptrolle als Symbolforscher Robert Langdon spielt wieder Hanks, Regie führt erneut Ron Howard.

Er spielt den Diener des Papstes, sie die Verbündete des Helden: Ewan McGregor und Ayelet Zurer.

Auch dieser Film hatte es nicht leicht. Die Dreharbeiten begannen wegen des Streiks in Hollywood Wochen später. Und in Rom untersagte der Vatikan in letzter Minute, in Kirchen zu drehen. „Normalerweise lesen wir uns erstmal die Drehbücher durch. Diesmal hat ein Name gereicht: Dan Brown“, sagte damals der Medienbeauftragte der Diözese Rom. Howard sagte, er habe ohnehin nicht die Zusammenarbeit für Aufnahmen in Kirchen gesucht, da er sich noch an die negative Haltung zu „Sakrileg“ erinnere. Doch der Vatikan habe darauf hingewirkt, dass er auch keine Erlaubnis für Aufnahmen von Kirchenfassaden erhalte. Howard wolle nur die Werbetrommel für seinen Film rühren, sagte Sprecher Federico Lombardi dazu bloß. Ansonsten blieb es kurz vor der Premiere in Rom still. Einzig Erzbischof Monsignor Antonio Rosario Mennonna Bischof von Potenza protestierte.

Vier Wochen lang drehten sie in Rom – laut Ron Howard (r.) mit Hindernissen. Hier posiert er mit Dan Brown (M.) und Tom Hanks. Im Hintergrund: der Petersdom.

Hanks war entspannt. „Wer den Film nicht sehen will, soll eben nicht hingehen.“ Er würde auch gern auf Horrorfilme verzichten. Auf die Frage nach seinem gefährlichsten Stunt witzelte er: „Laufen. Hier gibt es keinen regelmäßigen Pflasterstein, keine gerade Stufe. Und in der gesamten Ewigen Stadt gibt es keine einfache Möglichkeit, eine Straße zu überqueren.“ Er wundere sich, wie man dort ohne Gipsbein herausgekommen sei, sagte er und lachte: „Es muss göttliches Eingreifen gewesen sein.“ Browns dritter Langdon-Krimi, „The Lost Symbol“, soll im Herbst erscheinen. Er selbst weist Kritik zurück: „Ich möchte klarstellen, dass weder ich noch mein Film anti-katholisch sind.“

ap/chu

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