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Das Leben könnte nicht schöner sein! Paul ( Mario Barth) und Hotte ( Dieter Tappert) lassen es sich gut gehen.

Männersache

Mario Barth erklärt die Männerwelt

Die Erde hat nicht gebebt. Das Abendland ist nicht untergegangen, nur weil Mario Barth seine Haut nun auch noch als Filmschauspieler zu Markte trägt.

Barth, der die Profession des sogenannten Comedian zu völlig neuen Rekorden emporhob, ist der Komiker der Stunde. Ohne Schwierigkeiten füllt er Hallen und Stadien. Angesichts solch treuen Fans wird dem ersten Kinofilm des Berliners ein beachtlicher Ruhm beschieden sein. Auch die Filme von Didi Hallervorden oder Thomas Gottschalk und Mike Krüger waren in ihrer Zeit trotz des vorwiegend dümmlichen Klamauks erfolgreich.

Mit dem vergleichbar unanspruchsvollen „Männersache“ wird es sich ähnlich verhalten. Die Geschichte der Freunde Paul (Barth) und Hotte (Dieter Tappert), deren seit Kindertagen währende innige Freundschaft nur von Hottes Freundin Susi (Anja Kling) penetrant gestört wird, ist intellektuell eher schlicht gehalten. Aber sogar überzeugte Fans könnten enttäuscht sein. Zwar dreht sich bei Barth seit Beginn seiner Karriere alles um Mann und Frau und die Binse, dass die nun mal nicht zusammen passen. Gleichzeitig beschwört „der Majo“ immer gebetsmühlenhaft die Macho-Idylle der Männerfreundschaft mit Glotze, Bier und Kippen.

Trailer "Männersache"

Doch „Männersache“, von Gernot Roll als biederes Fernsehspiel in Szene gesetzt, bietet, genau genommen, neben den längst aus Super-Marios Auftritten bekannten Schenkelklopfern nur einen einzigen Gag, der beharrlich variiert wird. Die stete, leicht abgewandelte Wiederholung mag in der Musik ein probates Mittel der Kunst sein, für eine über 90 Minuten währende Komödie genügt sie nicht. (In München: Mathäser, Cinemaxx, Royal, Leopold, Cadillac, Autokino).

„Männersache“
mit Mario Barth, Dieter Tappert und Anja Kling
Regie: Gernot Roll
Bewertung: Unerträglich

Ulrike Frick

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