+
Wagen ein Tänzchen auf dem zum Piratensender umgebauten Boot: Quentin (Bill Nighy, M.) und seine Crew.

Trailer und Filmkritik: "Radio Rock Revolution"

Am Donnerstag kommt „Radio Rock Revolution“ ins Kino: Trotz großartiger Schauspieler ist die Musik der wahre Star in der Komödie. Die ausführliche Kritik.

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, sprach Friedrich Nietzsche, natürlich ohne direkten Bezug auf die wilden, rockigen Sechzigerjahre nehmen zu können. Doch auf kaum eine andere Generation trifft sein berühmter Satz so zu wie auf diese – ganz besonders in Großbritannien. Eine Generation, die den politischen Protest nicht scheute und Rockmusik als Lebensgefühl und Ausdruck ihrer Ideale empfand.

Der Link zum Film-Trailer

Mit „Radio Rock Revolution“ versetzt Regisseur Richard Curtis den Zuschauer zurück in eine farbenfrohe, wilde Zeit, in der Piratensender von Schiffen aus arbeiteten, um den Behörden zu entgehen. Eine Zeit, in der die biedere britische Radiostation BBC für Rock und Pop gerade einmal zwei Stunden pro Woche opferte – und die DJs der schwimmenden Sender wie Popstars gefeiert wurden.

Gerockt wird überall. Das halbe Königreich hört „Radio Rock“, den Sender schlechthin, was der erschreckend konservativen Regierung so gar nicht passt. Daher sucht Minister Dormandy (Kenneth Branagh), dessen Ähnlichkeit mit Adolf Hitler kein Zufall ist, jede Möglichkeit, um die Station von Quentin (Bill Nighy) zum Schweigen zu bringen. Curtis setzt in seinem gelungenen Werk auf schwarzen Humor und liebevoll gezeichnete Charaktere. Dass der Zuschauer dabei immer wieder an Wes Andersons Film „Tiefseetaucher“ erinnert wird, stört nicht wirklich.

Doch trotz der fantastischen Besetzung um Philip Seymour Hoffman, Emma Thompson und Rhys Ifans ist die Musik der Star des Films, da sie immer präsent ist und für jede Situation und Stimmung die passende Untermalung bereithält. Ob Trauer, Freude, Ekstase, Romantik oder Wut: Die Sechziger haben den passenden Song. Auf den Soundtrack zum Film darf man sich daher jetzt schon freuen. Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll – dieser Film bietet alles in rauen Mengen. Oh ja, Nietzsche hatte wahrlich Recht, und „Radio Rock Revolution“ sollte auch die letzten Zweifler überzeugen.

von Barnabas Szöcs

In München:

Mathäser, Royal, Leopold, Cadillac, Sendlinger Tor, Cadillac, Cinema OV.

Auch interessant

Kommentare