Model mit Beutekindern

- Als ihre Schwester und ihr Schwager bei einem Autounfall ums Leben kommen, wird die Model-Agentur-Schnepfe Helen über Nacht zur dreifachen Mutter. Ihre Nichten und Neffen lassen sich erwartungsgemäß nicht mit dem Dasein der jungen Frau vereinbaren. Doch Hilfe droht allerorten, und schließlich findet Helen im Religionslehrer ihrer "Beutekinder" den passenden Mann fürs Leben als Familientier.

<P>Garry Marshall gilt nach Erfolgen wie "Pretty Woman" oder "Die Braut, die sich nicht traut" als Spezialist für romantische Komödien. Das mag bisher berechtigt gewesen sein. In "Liebe auf Umwegen" allerdings hat er sich an einem Thema vergriffen, das besser ein etwas emanzipierterer Regisseur umgesetzt hätte. Bereits die ersten Minuten sind Marshall-typisch am Reißbrett entstanden: die Einführung des Szene-Girls, die plötzliche Verwaisung der niedlichen Kleinen mit den großen, tränenverhangenen Augen, das trotz aller Mühen nicht haltbare Luxusleben Helens und das quasi auf der Straße liegende Glück aller Beteiligten.<BR><BR>Aus diesen Versatzstücken zaubert man Familienunterhaltung in Hollywood, und ebenso kalkuliert erscheint der gesamte Film. Die Konflikte werden hübsch der Reihe nach abgearbeitet. Die Handlung ist sehr nüchtern erzählt, und die Moral gemahnt ans Lehrbuch der unemanzipierten Hausfrau, wäre da nicht Goldlöckchen Kate Hudson mit ihrem anscheinend unverwüstlichen Charme. Ihr allein ist es zu verdanken, dass "Liebe auf Umwegen" nicht als patriarchalische Abhandlung gemäß dem Motto "Frauen zurück an den Herd" in die Kinogeschichte eingehen wird. </P><P>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Cinema, Tivoli.)<BR><BR>"Liebe auf Umwegen"<BR>mit Kate Hudson, Hellen Mirren<BR>Regie: Garry Marshall<BR>Annehmbar </P>

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