Mörder mit Selbstmitleid

- Michael Caine ist ein bezaubernder Darsteller. Seit Jahrzehnten spielt er die unterschiedlichsten Charaktere, und im Alter wird er immer besser. "The Statement" ist eine seiner schwierigsten Rollen - und eine seiner gelungensten Darstellungen. Nur dank Caine funktioniert dieses Stück um Schuld und Sühne, obwohl es zugleich unter einem sperrigen Thema und einem nur teilweise geglückten Drehbuch leidet.

Der Film spielt fast ausnahmslos in Innenräumen. Er dreht sich um einen Menschen, der sich in einer selbstgewählten Gefangenschaft befindet. Im Zentrum von Norman Jewisons Werk steht einer jener Männer, die an der deutschen Judenvernichtung unmittelbar beteiligt waren. Die Geschichte dieses Pierre Brossard ist eng an jene wahre des Vichy-Kollaborateurs Paul Touvier angelehnt. Der war ein Schreibtischtäter, aber auch persönlich an Geiselerschießungen beteiligt. In den 80er-Jahren sorgte sein Fall für Aufsehen, weil Touvier erst dann vor Gericht kam; zuvor wurde er fast 40 Jahre lang von einem rechtsradikalen katholischen Netzwerk versteckt.Michael Caine als Brossard ist anfangs noch eiskalter Mörder, später ein vor Selbstmitleid strotzender, dabei rechthaberischer alter Mann, der nicht nur von Gott, sondern auch von der Welt Absolution verlangt. Caine gelingt es, dass man sich für diese im Prinzip widerliche Figur interessiert, dass man ihre Angst versteht. Dass man Einblick erhält in die Psyche eines Menschen, der die Welt hasst und darum zum Mörder wird. Und der selbst noch seine Frau (Charlotte Rampling) über seine Existenz betrügt. (In München: Mathäser, Maxx.)>> alle Filme, alle Kinos auf einen Blick bei munich online 

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