Monster unter sich

München - Stilistisch brillanter Schocker mit aktuellen Anspielungen

Mit dem subversiven Schocker "28 Days Later" reanimierte Danny Boyle vor vier Jahren im Alleingang das Genre des Zombiefilms. Dessen Fortsetzung betreut er nur noch als Produzent und überlässt die Regie dem Spanier Juan Carlos Fresnadillo, der die Geschichte da aufgreift, wo Boyle sie enden ließ.

Großbritannien ist nach einer Seuche, die Menschen in Bestien verwandelte, fast entvölkert. Aber die Gefahr für die letzten Überlebenden scheint gebannt. Das Militär organisiert die Rückkehr der Menschen in die Städte und erklärt das Virus für besiegt - eine der vielen politischen Anspielungen.

Die Parallelen zur Hysterie der Terrorbekämpfung und dem entgleisten Krieg im Irak sind offenkundig. Auch in "28 Weeks Later" hat sich die Zivilgesellschaft der Logik der Militärs unterworfen. Bald ist man nicht mehr sicher, wer die größeren Monster sind: die Soldaten bei ihren Auslöschungsorgien oder die Zombies, die sich vermehren - denn natürlich ist das Virus nicht in den Griff zu kriegen. So gelingt es Fresnadillo, in einen konventionellen Plot viel Sprengstoff einzuarbeiten, den er stilistisch brillant umsetzt. Sein Film ist eine der raren gelungenen Fortsetzungen eines Horror-Erfolgs. Allerdings braucht man einen starken Magen.

"28 Weeks Later"

mit Rose Byrne, Jeremy Rennerer Regie: Juan Carlos Fresnadillo

Sehenswert

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