+
Was tun, wenn’s brennt? Adria Arjona und John Gallagher Jr. im „Belko Experiment“.

Filmkritik am Rande

Morden um zu überleben: „Das Belko-Experiment“

  • schließen

Am Ende kämpft jeder für sich selbst – das zeigt Greg McLeans neuer Horrorfilm „Das Belko-Experiment“. Menschen müssen, um selbst zu überleben, Kollegen töten.

Kaum ein Genre spielt so eindeutig mit Ängsten und menschlichen Neurosen wie der Horrorfilm. Meist geht es es um die Furcht vor dem Fremden, Unbekannten, Unsichtbaren, das dann gnadenlos zuschlägt. Manchmal einfach nur um Sadismus – etwa in Greg McLeans grenzwertigen „Wolf Creek“-Metzeleien von 2005 und 2013. In „Das Belko Experiment“ nun widmet sich der australische Genrespezialist einem genauso klassischen Thema: Eine unbekannte Macht sperrt die Belegschaft der US-Organisation Belko in ihrem Bürohochhaus am Stadtrand Bogotás ein. Über Lautsprecher werden die Gefangenen unter Druck gesetzt. Sie sollen Kollegen ermorden, um selbst zu überleben.

Kooperativ oder hysterisch – was der Wettbewerb aus Menschen macht

Sadistische Menschentests und misslungene wissenschaftliche Versuche fanden im Kino oft Widerhall. Das Drehbuch zu „Das Belko Experiment“ hat „Guardians of the Galaxy“-Regisseur James Gunn verfasst. Sein Skript arbeitet die Charaktere, die sich in Extremsituationen herauskristallisieren, präzise und mit teils sarkastischem Unterton heraus. Da gibt es die Hysterischen, den Fluchttyp, die Kooperativen, die Menschenfreunde und den im Dienste von Gemeinwohl und Ordnung stehenden Pragmatiker, hinter dessen Fassade Faschismus und Sozialdarwinismus lauern.

Was der unablässige Wettbewerb aus uns Menschen macht, bietet sich in teils routiniert abgefilmten, teils originellen Szenen dar. Auch wenn McLean das Genre nicht neu erfindet, gelingt ihm oft eine erstaunliche Tiefe. Schauspielerisch bietet „Das Belko Experiment“ zwar keine Superstars. Doch überzeugt eine schrullig-charmante Riege aus Seriengrößen wie Josh Brener („The Big Bang Theory“), Abraham Benrubi („Parker Lewis“), John McGinley („Scrubs“) und Sean Gunn („Gilmore Girls“) in teils skurrilen Rollen.

Auch interessant

Kommentare