Beate Uhse stellt Insolvenzantrag

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Mozart denkt immer an Mao

- China 1971, kurz nach der Kulturrevolution: Die beiden Studenten Ma (Chen Kun) und Luo (Liu Ye) werden wie viele andere junge Städter aufs Land verfrachtet, damit ihnen die "revolutionären Bauern" dort die bürgerlichen Flausen austreiben. Wie das abläuft, erfahren Ma und Luo unmittelbar nach ihrer Ankunft in dem abgelegenen Bergdorf am eigenen Leib.

<P>Der streng linientreue Dorfvorsteher will Mas Geige als reaktionäres Kulturgut ins Feuer werfen, doch Ma hält ihn davon ab, indem er ihm erklärt, eine Mozart-Sonate heiße in Wirklichkeit "Mozart denkt immer an den Großen Vorsitzenden Mao".<BR>Die Geige bleibt, Mozart darf gespielt werden. Zwischen der harten Arbeit in der Kupfermine haben die Freunde genügend Zeit, sich mit der Bevölkerung anzufreunden. <BR><BR>Das funktioniert schnell, da die zwei Studenten zwar keine Bücher mehr besitzen dürfen, aber den Einwohnern aus dem Gedächtnis die bekanntesten Romane der Weltliteratur in farbenprächtigsten Ausschmückungen erzählen. Vor allem mit einem Buch von Balzac gewinnen Luo und Ma das Herz des bezauberndsten Mädchens am Ort (Zhou Xun), der Enkeltochter des greisen Schneiders.<BR><BR>Regisseur Dai Sijie hat den gleichnamigen Roman selbst verfasst, auf dem sein Film "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" basiert. Sijie erlebte die Kulturrevolution selbst, bevor er nach Frankreich ins Exil ging. Und so erscheint in dieser Produktion, die gekonnt zwischen nostalgisch verbrämter Gesellschaftskomödie und bittersüßem Herzensdrama oszilliert, nahezu jede Szene authentisch.<BR><BR>Mit gewaltigen Landschaftsaufnahmen, stimmungsvollen Dorf- und poetischen Liebesszenen erzählt Sijie seine sympathische Dreiecksgeschichte. Nebenbei zeigt er die aus heutiger Sicht absurd komischen Momente dieses beklemmenden Kapitels der chinesischen Geschichte. Kein Wunder, dass die Regierung in Peking die Vorführung des Films verboten hat. <BR><BR>"Balzac und die kleine chinesische Schneiderin"<BR>mit Zhou Xun, Chen Kun, Liu Ye<BR>Regie: Dai Sijie<BR>Sehenswert </P><P>(In München: Eldorado.)</P>

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