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Leslie Nielsen, der mit der Slapstick-Komödie „Die nackte Kanone“ zum Star wurde, ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Nachruf für Hollywoods spätberufenen Komiker

Los Angeles - Leslie Nielsen, der mit der Slapstick-Komödie „Die nackte Kanone“ zum Star wurde, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Was die wenigsten wissen: Er hat nicht nur diese eine Rolle gespielt.

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"Nackte Kanone"-Star Leslie Nielsen gestorben

Der weltweite Erfolg kam erst, als er ernste Rollen ablehnte und ins Komödienfach wechselte. Leslie Nielsen war bereits 62 Jahre alt, als „Die nackte Kanone“ in die Kinos kam und den Schauspieler in der Rolle des tollpatschigen Polizisten Frank Drebin zum Star machte. Allein der erste Teil der Trilogie (die Fortsetzungen kamen in den Jahren 1991 und 1994 in die Kinos) spielte weltweit 78,8 Millionen US-Dollar ein. Am Sonntag ist Nielsen, Hollywoods spätberufener Komiker, im Alter von 84 Jahren gestorben.

Dass sein Name für immer mit den so krawalligen wie wortwitzigen Slapstick-Filmen verbunden sein wird, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nielsen mehr als sechs Jahrzehnte im Filmgeschäft war. 1926 in Kanada geboren, besuchte er die Kunstschule in Toronto und ging danach als Schauspieler nach New York. In den Fünfzigern zog Nielsen nach Hollywood, wo er einer der vielen Kanadier war, die ihr Glück versuchten.

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Er spielte in durchaus erfolgreichen Produktionen mit. Nur: Die wenigsten Zuschauer dürften sich erinnern, dass er etwa in „Alarm im Weltall“ (1956), „Drei Fremdenlegionäre“ (1966) oder „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (1972) zu sehen war. Außerdem trat der Kanadier in Fernsehserien wie „M*A*S*H“ oder „Columbo“ auf. Die TV-Arbeit sollte 1982 auch den Grundstein für seine Erfolge als Polizist Frank Drebin legen. Davor jedoch sagte Nielsen für die Rolle des Dr. Rumack in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (1980) zu. Es war der Wendepunkt in seiner Karriere. Erstmals spielte der großgewachsene Kanadier in einer Komödie mit – einen hochseriösen Arzt, der jedoch irre Monologe von sich gab. Der Film markierte Nielsens Durchbruch. Später erzählte er, dass er bis dato nie seinem Typ entsprechende Rollen bekommen hätte – Komödien zu drehen, sei schon immer das gewesen, was er habe machen wollen.

Im Jahr 1982 war Nielsen dann erstmals als Frank Drebin zu sehen – in der Fernsehserie „Die nackte Pistole“. Die Parodie auf klassische Polizeiserien floppte, und der Hauptdarsteller schimpfte: „Sie gehörte nicht ins Fernsehen. Sie hatte die Art von Humor, der du Aufmerksamkeit schenken musstest.“ Als sechs Jahre später „Die nackte Kanone“ erfolgreich in den Kinos startete, war klar, dass Nielsen völlig richtig lag: Diese Filme kombinierten groben Slapstick mit Wortwitz und zahlreichen Parodien auf Politik, Gesellschaft, Sport, Fernsehen und Kino. Und Leslie Nielsen, dieser etwas schlaksige, doch gelenkige, dieser grauhaarige, doch auch vor Zoten nicht zurückschreckende Gentleman Anfang sechzig, war endlich angekommen.

„Die nackte Kanone 1-3“ läuft am Dienstag von 20.15 Uhr an im Bezahlsender Sky. Im frei empfangbaren Fernsehen ist die Trilogie an Silvester zu sehen (ab 18.45 Uhr, Kabel 1).

Von Michael Schleicher

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