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Naturgesetze außer Kraft

München - Fabulierlust und Zerstörungsorgien: "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" von Steven Spielberg.

Wenn man will, dass es Qual ist, wird es Qual sein. Und wenn man will, dass es Vergnügen ist, dann wird es Vergnügen sein. So lautet ein altes hinduistisches Sprichwort, und aus irgendeinem Grund kommt es einem bei Ansicht des vierten "Indiana-Jones"-Abenteuers des öfteren in den Sinn.

Ob man Freude an diesem Spektakel hat, hängt sehr von der eigenen Haltung ab. Das ist das Problem des Films. Die absurd hohen Hoffnungen auf einen Meilenstein des Kinos vernebeln den Blick darauf, was "Indiana Jones" sein will. "Indiana Jones" ist und war es immer Unterhaltungskino. Die Geschichte, die der neue "Indiana Jones" da erzählt, mit all dem metaphysischen Geklingel um mythische vergangene Kulturen, Außerirdische und dergleichen ist natürlich grober Unfug - aber das war bei den vorherigen drei Filmen ja nicht anders.

Wenn jetzt also viele enttäuscht sein werden, sagt das mehr über deren skurrile Erwartungshaltung als über "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels". Denn der steht in der Tradition der Vorgänger, im Guten wie im Schlechten. Regisseur Steven Spielberg frönt hier wieder seiner wahren Leidenschaft und kann gleichzeitig seine größte Stärke ausspielen: sorglose Fabulierlust in Verbindung mit kindlicher Freude an Zerstörungsorgien.

Mit sichtbarem Spaß lässt Spielberg seinen Helden einmal mehr Absonderliches erleben und Unwahrscheinliches überstehen. Es wird klar, dass es Spielbergs Bestimmung, sein wahres Talent ist, so etwas zu tun. Es ist ein sehr altmodischer Abenteuerfilm, der so - trotz des Einsatzes von Computertechnologie - auch vor 50 Jahren hätte gedreht werden können.

All die schwerblütigen, ambitionierten Simulationen großen Kinos, die Spielberg in den letzten Jahren abgeliefert hat, führen sich selbst ad absurdum, wenn man sieht, wie lebendig und ansteckend gut gelaunt "Indiana Jones" daherkommt. Wenn Gebäude und Autos durch die Luft fliegen, Filmfiguren wie Comichelden durch eine Fantasiewelt wirbeln und alle Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden, spürt man echte Leidenschaft, und sie überträgt sich auf den Zuschauer.

Allerdings nur streckenweise, denn selbst für einen bunten Popcorn-Film zeigt das Drehbuch eklatante Schwächen. Einmal abgesehen von den aberwitzigen Actionsequenzen ist es schon bemerkenswert einfallslos. Der Dialogwitz kommt immer zu kurz, und man hat oft den Eindruck, dass die wenigen wirklich komischen Momente eher abgetrotzt sind.

Aber Spielberg hat glücklicherweise seinen Star Harrison Ford, der noch aus den kleinsten Kalauern etwas Lustiges herauszuwringen vermag. Das Kunststück, gleichzeitig Haudegen und altersmilder Weiser zu sein, meistert Ford beeindruckend, und die nette Idee, ihm den jungen Draufgänger Shia LaBeouf als unehelichen Sohn an die Seite zu stellen, macht sich bezahlt. Ein wenig Selbstironie schwingt so in jeder Szene mit - ernst gemeint ist das jedenfalls in keinem Augenblick. Deswegen darf auch Cate Blanchett als russische Agentin lustvoll über die Stränge schlagen und für ein paar richtig gute Momente sorgen.

Wenn man hier Vergnügen haben möchte, hat man es. Aber natürlich ist das kein wirklich relevanter Film. Das will er auch gar nicht sein, und gerade deshalb ist das ein Spielberg-Film, der die Zeiten überdauert. Denn Kino ist zunächst und vor allem keine Kunst, sondern Spektakel. ( In München: Mathäser, Maxx, Royal, Gloria, Münchner Freiheit, Leopold, Cadillac, Rio, Autokino, Cincinnati.)

"Indiana Jones"

mit Harrison Ford, Cate Blanchett

Regie: Steven Spielberg

Annehmbar

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