Irre Wallfahrt nach Altötting

"Nebenwege": Bayerisches Roadmovie im Kino

Pilgern auf Bairisch: "Nebenwege" heisst das Roadmovie von Michael Ammann, in dem sich ine an Alzheimer leidende Oma auf eigene Faust auf eine Wallfahrt nach Altötting aufmacht.

Ein sanft konturiertes Roadmovie mit Oma, Sohn und Enkeltochter erzählt der bisher vorwiegend fürs Fernsehen („Guten Zeiten, schlechte Zeiten“, „Verbotene Liebe“) arbeitende Regisseur Michael Ammann in „Nebenwege“. Die an Alzheimer leidende Seniorin Hilde (Christine Ostermayer) will sich vom gestressten Sohn Richard (Roeland Wiesnekker) nicht ins Altersheim abschieben lassen und büxt kurzerhand aus. In Kittelschürze und Hausschuhen begibt sich Hilde auf eine Wallfahrt nach Altötting, dicht gefolgt von Richard und dessen mauliger Tochter Marie (Lola Dockhorn), die sich ihre Ferien beim Vater auch aufregender vorgestellt hatte. Der Familiensegen hängt aus verschiedenen Gründen schief, und diese Tour quer durch Bayern bietet den Generationen ausreichend Gelegenheit zur Reibung, Besinnung und Versöhnung.

Die angerissenen Probleme und Handlungsstränge arbeitet Amann in „Nebenwege“ allerdings viel zu schematisch ab. Die Dramaturgie ist oft recht hölzern, die gelegentlich eingestreuten, charmant-skurrilen Szenen sind zu wenig in die Gesamthandlung eingebettet. So zerfällt der Film trotz der guten Darsteller in ein letztlich unbefriedigendes Abhaken von Drehbucheinfällen, die mehr oder weniger inspiriert aufeinander folgen.

Rubriklistenbild: © snacktv

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