Nettes Märchen, viele Klischees

- Filme über die deutsche Teilung ließen sich, von "Sonnenallee" bis "Goodbye Lenin!", meist unter dem harmlosen Begriff "Ostalgie" verbuchen. Dass es in Dresden, Jena oder Greifswald weitaus gravierendere Probleme gab als die Tatsache, keine Bananen kaufen zu können oder nicht die neuesten Platten der Rolling Stones hören zu dürfen, blendeten alle sonst so ambitionierten Komödien sorgsam aus. "Kleinruppin forever" ist die weich gespülte Variante dieser bisherigen DDR-Revival-Filmchen.

<P>Kritik, ernsthafte Bestandsaufnahme oder Analyse hat hier natürlich keinen Platz. Stattdessen serviert Regisseur Carsten Fiebeler eine trübe Brühe voller lauwarmer Gags: Die Zwillinge Tim und Ronnie (beide gespielt von Tobias Schenke) werden nach der Geburt getrennt. Tim wächst im Westen zu einem Nachwuchs-Tennisstar heran, Ronnie bleibt im Osten bei seinem melancholischen Ersatz-Vater und Systemverweigerer Erwin (Michael Gwisdek), lässt sich die Haare wachsen und gründet eine Rockband. </P><P>Bei einer Klassenfahrt Tims in die DDR begegnen sich die Brüder, die Rollen werden getauscht, und obwohl Tim statt Cherry Coke nur noch Club-Cola trinken kann, lernt er in Kleinruppin doch seine Traumfrau Jana (Anna Brüggemann) kennen und lieben.</P><P>Die Schauspieler geben sich redlich Mühe, gegen die gehäuften Klischees anzuspielen. Tatsächlich gelingt das in diesem netten Märchen ohne viele Zwischentöne aber nur Uwe Kokisch als eiskaltem Wessi-Adoptivvater. </P><P>"Kleinruppin forever"<BR>mit Tobias Schenke, Anna<BR>Brüggemann, Michael Gwisdek<BR>Regie: Carsten Fiebeler<BR>Annehmbar </P>

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