Neuer Bond-Film: Nach Krach in Chile auch Ärger mit Bolivien

Buenos Aires/La Paz/New York - Nach Krach in Chile haben die Dreharbeiten zum neuen James-Bond-Film "Quantum of Solace" auch im Nachbarland Bolivien für Ärger gesorgt.

Es sei nicht hinnehmbar, dass Bolivien in dem Film pauschal als Hort von Drogenhändlern dargestellt werde, schimpfte der Vize-Kulturminister des südamerikanischen Landes, Pablo Groux, in einem am Montag bekannt gewordenen Schreiben an den Produzenten des Films, Michael Wilson, und an den Deutsch-Schweizer Hollywood-Regisseur Marc Forster.

Außerdem sei es völlig überflüssig, dass "bolivianische" Szenen des Filmes in Nordchile nachgestellt und gedreht würden, weil Bolivien erstklassige Bedingungen für internationale Filmproduktionen biete, sagte Groux, der auch Direktor des Nationalen Bolivianischen Kino-Rates ist. Die an Bolivien erinnernden Kulissen an einer stillgelegten Bahnstation in der Atacama-Wüste im Norden Chiles hatten vor einer Woche schon einen chilenischen Lokal-"Rambo" auf den Plan gerufen.

Dabei war der Bürgermeister eines kleinen Dorfes ohne Vorwarnung mit seinem Jeep mitten in die Szenerie gerast und hätte beinahe zwei Mitglieder der Filmcrew überfahren. Er wurde von der Polizei festgenommen. Später brüstete sich der Bürgermeister der Gemeinde Sierra Gorda damit, der britische Geheimagent "007", dargestellt von Daniel Craig, habe vor ihm "die Flucht ergriffen".

Bolivien verlangt die Rückgabe von Territorien im heutigen Nordchile, die es in einem Ende des 19. Jahrhunderts verlorenen Krieg eingebüßt hatte. Die Mehrzahl der Chilenen vor allem in der betroffenen Region lehnen dies entschieden ab.

Forster (39) hatte sich den ungewöhnlicen Drehort in der Atacamawüste, der trockensten Region der Erde, ausgesucht, weil der Ort so abgelegen sei. "Man fühlt sich einsam und das ist es, womit Bond gerade kämpft. Die Wüste ist unerbittlich. Wenn du da draußen bist, kannst du sterben", sagte Foster der Zeitung "USA Today" (Sonntag). Der Regisseur von Dramen wie "Finding Neverland", "Monster's Ball" und "Der Drachenläufer" wurde vom Hollywood-Studio Sony Pictures ausgesucht, um den berühmtesten Geheimagenten der Welt von einer weichen Seite zu zeigen. "Herz ist vielleicht das falsche Wort, aber er ist menschlich", sagte Forster.

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