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Ein Dream-Team: Sherlock Holmes (Robert Downey Jr., li.) und Dr. Watson (Jude Law) in „Spiel im Schatten“.

Neuer "Sherlock Holmes" - politisch und zynisch

München - Regisseur Guy Ritchie spinnt seine Sherlock-Holmes-Geschichte im neuen Kinofilm „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ politisch und zynisch fort. Fazit: ein spannenden und erfrischend komischer Actionfilm.

Vor zwei Jahren hat Regisseur Guy Ritchie gemeinsam mit seinem Hauptdarsteller Robert Downey Jr. den Meisterdetektiv Sherlock Holmes gegen den Strich gebürstet und die britische Kultfigur so mit neuer Energie versorgt. Zwar hätte Arthur Conan Doyle (1859-1930) den von ihm geschaffenen Charakter nicht wiedererkannt, doch das Filmvergnügen rechtfertigte die Uminterpretation. Nun legen Ritchie und Downey Jr. nach und liefern mit „Spiel im Schatten“ einen spannenden und erfrischend komischen Actionfilm, dessen ernste Untertöne überraschen.

Jetzt gilt es für Holmes und Dr. Watson, den intelligenten Bösewicht Professor Moriarty aufzuhalten. Trotz aller Übertreibung ist dieser eine unglaublich politische Figur: ein Rüstungsproduzent, der – absolut zynisch – auch Verbandszeug herstellt. Ein geldgeiler Wirtschaftsboss, der mit allen Nationen Geschäfte macht und diese zugleich in einen Weltkrieg zu treiben versucht. Wohlgemerkt: Die Geschichte spielt 1891 und nimmt doch manches vorweg, was am Vorabend des Ersten Weltkriegs Realität werden sollte. Dem Film tut das sehr gut.

Wie bereits im ersten Teil legt Robert Downey Jr. seinen Holmes sehr körperlich an. Die Action-Szenen sind – gerade weil sie altmodisch wirken – zeitgemäß und gut choreographiert. Mit noch mehr Freude wirft sich Downey Jr. jedoch in Holmes’ vogelwilde und manchmal zweifelhafte Verkleidungen.

Das Zusammenspiel zwischen dem Detektiv und Dr. Watson haben Downey Jr. und Jude Law nochmals überdreht. Es gipfelt in einem Tanz der beiden auf dem Friedensgipfel. Als Holmes ihn auffordert, meint Watson trocken: „Ich dachte schon, Sie fragen nie.“ Es muss also einfach Liebe sein zwischen diesen beiden Männern – obwohl Watson heiratet. Aber sein Trauzeuge Holmes entsorgt die Gattin der (very british – selbst nackt: Stephen Fry). Pardon: Er bringt sie dort in Sicherheit. Natürlich.

Dass bei Filmen wie diesen das Drehbuch nicht immer logisch ist: geschenkt. Dass aber bei so viel Spiellust, Action und Spannung Guy Ritchie manch handwerklicher Fehler unterläuft (da wird etwa die Tür des Telegrafenamts eingetreten, um sie beim Verlassen des Gebäudes ordentlich zu schließen), ist schade und ärgerlich. Es ist aber auch der einzige Makel. (In München: Mathäser, Cinemaxx, Royal, Münchner Freiheit, Autokino, Cinema OV, Museum Lichtspiele OV, Gabriel.)

von Michael Schleicher

„Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“

mit Robert Downey Jr., Jude Law

Regie: Guy Ritchie

Sehenswert ****

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Sherlock Holmes“ (2009) mochten.

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