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Gollum führt ab Dezember 2013 wieder Zwielichtiges im Schilde, da startet der zweite Teil der „Hobbit“-Trilogie.

Ausblick auf das Kinojahr 2013

Was das Kinojahr 2013 nach dem Ende von „Twilight“ zu bieten hat? Zum Beispiel das: vielversprechende junge Schauspieltalente, einen Film über Natascha Kampusch und die Fortsetzung mehrerer großer Leinwand-Spektakel.

Das Leben von Entführungsopfer Natascha Kampusch, ein Blick in Alfred Hitchcocks Alltag und ein Film über den Scientology-Gründer: Im nächsten Jahr werden gleich mehrere große Werke über filmreife Leben starke Akzente setzen. Auch Fans von „Twilight“ und „Harry Potter“ müssen nach dem Ende dieser bombastischen Reihen nicht traurig sein. Die Abenteuer des „Hobbits“ und der „Panem“-Helden gehen 2013 in die nächste Runde, und mit „Seelen“, der Verfilmung eines weiteren Buches von „Twilight“-Erfinderin Stephenie Meyer, könnte die junge Hauptdarstellerin Saoirse Ronan Hollywoods neuer Star werden.

Zu den großen Höhepunkten des kommenden Kinojahres gehören sicherlich die Fortsetzungen bekannter Spektakel. Im Mai kommt mit „Star Trek: Into Darkness“ der zwölfte Film aus der Enterprise-Welt heraus, bevor sich Jennifer Lawrence im November im zweiten Teil der bereits von vielen Fans verehrten „Tribute von Panem“-Reihe behaupten muss. Auch für den „Hobbit“, die neue Trilogie von „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson, geht es nach dem Auftakt in diesem Dezember Ende 2013 in Runde zwei, Start ist Mitte Dezember.

Auf effektreiche Inszenierungen können Filmfans auch bei den neuen Marvel-Comicverfilmungen hoffen. Nachdem heuer „The Amazing Spider-Man“ und „The Avengers“ die Welt retteten, stellt sich Robert Downey Jr. in „Iron Man 3“ (ab Mai) seinem bisher ärgsten Widersacher – zwar ohne die anderen Avengers, dafür aber flankiert von seiner Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow). Etwas einsamer zieht Hugh Jackman alias „The Wolverine“ ab Juli mal wieder ohne die anderen „X-Men“-Mitglieder durch die Welt und geht nach Japan, um die Kampfkünste eines Samurai-Experten zu erlernen.

Es müssen aber nicht immer bekannte Filmgesichter sein, die für hohe Ticket-Nachfrage sorgen. Den Namen Saoirse Ronan sollte man sich zum Beispiel schon jetzt merken. Spätestens ab April könnte die junge, in Irland aufgewachsene Schauspielerin vielen ein Begriff sein. Sie spielt die Hauptrolle in „Seelen“, einem Science-Fiction-Thriller mit Diane Kruger. Das allein würde sicherlich nicht für einen Hype sorgen, käme die Vorlage dazu nicht von Stephenie Meyer, der Erfinderin der „Twilight“-Vampir-Saga.

Auch um Paul Thomas Andersons neues Projekt gab es schon Wirbel, allerdings aus anderen Gründen. Schließlich erzählt er in „The Master“ (ab Februar) von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard und dessen Ideen. Außerdem deutet der Regisseur eine homosexuelle Beziehung zwischen dem Intellektuellen (Philip Seymour Hoffman) und dessen engstem Vertrauten (Joaquin Phoenix) an. Deutlich weniger kontrovers ist Anthony Hopkins’ Part in „Hitchchock“, in dem er den berühmten Filmemacher beim Dreh seines Klassikers „Psycho“ spielt (ab Februar). Die Coen-Brüder Ethan und Joel konnten für „Inside Llewyn Davis“ um einen Folkmusiker in den Sechzigerjahren ebenfalls hochkarätige Namen gewinnen, darunter Sänger Justin Timberlake, John Goodman und Carey Mulligan. Der Spanier Juan Antonio Bayona wiederum verfilmte mit Naomi Watts, Ewan McGregor und Geraldine Chaplin „The Impossible“, die wahre Geschichte einer Familie, die die Tsunami-Katastrophe 2004 in Asien erlebte.

Das deutschsprachige Kino muss sich bei all dem nicht verstecken: Margarethe von Trotta etwa zeigt Barbara Sukowa als deutsch-amerikanische Philosophin Hannah Arendt, Til Schweiger ist in „Kokowääh 2“ erneut an der Seite seiner Tochter Emma zu sehen, und der Österreicher Ulrich Seidl bringt seine bei Festivals umstrittenen und zugleich gefeierten „Paradies“-Werke ins Kino.

Viel Aufmerksamkeit wird sicher Sherry Hormanns Film „3096 Tage“ bekommen (ab Februar). Nicht nur weil es das letzte Projekt des 2011 gestorbenen Produzenten Bernd Eichinger ist. Sondern auch, weil es Natascha Kampuschs spektakuläre Entführung und Flucht in den Mittelpunkt stellt. Um Lars von Triers neues Werk dürfte es ebenfalls Aufregung geben. Er will zum Jahresende nämlich „Nymphomaniac“ herausbringen. Der erste Film des Dänen nach dem Nazi-Eklat um „Melancholia“ – und eigenen Ankündigungen zufolge ein pornografisches Drama.

Aliki Nassoufis

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