Packende Sport-Dokumentation

Der perfekte Wurf: Nowitzkis Erfolgsgeschichte

München - Die erstaunliche Karriere des deutschen Basketballstars Dirk Nowitzki kommt ins Kino: Eine spannende Dokumentation zeigt seinen Aufstieg an die Weltspitze. Die Kritik zu "Der perfekte Wurf":

Nein, ganz überzeugt ist Dirk Nowitzki auch am Ende nicht. Der 36-Jährige fährt durch Dallas, wo er nun seit fast 17 Jahren zu Hause ist. „Ich tue mich mit öffentlichen Auftritten schwer. Im Mittelpunkt zu stehen, war nie schön für mich“, sagt der deutsche Basketball-Star. Doch nun steht er im Zentrum des Dokumentarfilms „Der perfekte Wurf“ – zum Glück für den Zuschauer.

Es ist das Verdienst von Regisseur Sebastian Dehnhardt, dass Leben und Karriere von Deutschlands bestem Basketballer und einem der wenigen deutschen Sportler mit Weltruhm nun gewürdigt wird. In 106 Minuten zeichnet Dehnhardts Film den Werdegang Nowitzkis vom sportbegeisterten Buben im beschaulichen Würzburg zur Sportikone der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA nach. „Er gehört zu den ganz großen Künstlern in seiner Sportart, da hat es sich geradezu aufgedrängt, seine Geschichte zu zeigen“, sagt der Filmemacher, der bereits mit einer Dokumentation über die Boxer Vitali und Wladimir Klitschko überzeugte.

Der Weg zu Nowitzki führte dabei über einen Mann, den Nowitzki selbst als „bunten Hund“ bezeichnet, und der fast immer an dessen Seite ist: Holger Geschwindner – ehemaliger Basketballer, Physiker, Querdenker sowie Entdecker und Förderer von Nowitzki. Dehnhardt stellt nun die „Vater-Sohn-Beziehung“ zwischen Nowitzki und Geschwindner ganz bewusst in den Mittelpunkt seines Filmes, der daher nicht nur ein Porträt Nowitzkis, sondern auch eines von Geschwindner ist. Dabei klammert er für beide unangenehme Bereiche nicht aus: Die Zeit, in der Nowitzkis damalige Verlobte Crystal Taylor als Trickbetrügerin entlarvt und in dessen Haus verhaftet wurde, wird ebenso thematisiert wie Geschwindners Probleme mit dem Fiskus. Was indes fehlt, ist Nowitzkis Zeit in der Nationalmannschaft – ansonsten ist die Dokumentation rundum gelungen.

Lars Reinefeld

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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