Fortsetzung mit sechs Wochen Verspätung

"Nymphomaniac 2": Überraschendes Ende

München - Mit sechs Wochen Verspätung startet Lars von Triers „Nymphomaniac II“. Die Fortsetzung endet konsequent und doch überraschend.

Joes Passionsgeschichte neigt sich ihrem Ende zu. Ebenso endet jene Nacht, in der die junge Frau dem Menschenfreund Seligman ihr Leben erzählt. Und Lars von Trier hat für diesen Schluss eine Wendung gefunden, die von der endgültigen Emanzipation des Weiblichen kündet. Joe ist nach mehrstündiger Tortur, nach dem Marsch durchs Tal der Tränen stärker, selbstbewusster denn je. „Nymphomaniac II“ endet konsequent und doch überraschend. Mehr sei nicht verraten.

Es bleibt ein Jammer, dass der Film bei uns zweigeteilt und mit sechs Wochen Abstand ins Kino kommt. „Nymphomaniac II“ versteht nur, wer den ersten Teil gesehen hat. Umgekehrt braucht es den heute startenden Film, um die Versuchsanordnung des dänischen Regisseurs begreifen zu können. Zur Erinnerung: Seligman (Stellan Skarsgård) fand die zusammengeschlagene Joe (Charlotte Gainsbourg) in einem Hinterhof, gab ihr Obdach, nahm ihre Lebensbeichte ab: Es ist die Geschichte einer Frau, für die es in der Moderne keinen Platz zu geben scheint. Im zweiten Teil zieht von Trier die Schrauben nochmals an, um zu zeigen, dass unser vernunftgeleitetes, säkulares Zeitalter den Menschen von sich selbst entfremdet hat.

Die Kinokritik zum ersten Teil von Nymphomaniac lesen Sie hier

leic

Rubriklistenbild: © snacktv

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