Objekt der Bewunderung

- Die Geschichte einer doppelten Ergebung: Yann Andrea studiert Literatur und ist ein großer Fan des Werkes von Marguerite Duras (1914-1996). Als er, nach einer ersten Annährung in Briefform, dem Objekt seiner Bewunderung dann auch persönlich begegnet im malerischen Strandbad von Trouville, einem der magischen Orte des französischen Liebesromans , funkt es nicht nur intellektuell zwischen den beiden. 40 Jahre Altersunterschied spielt keine Rolle, und die letzte große Liebe im Leben der französischen Schriftstellerin nimmt ihren Anfang.

<P></P><P>16 Jahre sollte das intensive Verhältnis dauern, geprägt von Streit und Versöhnung, von Ruhm und letzten Werken der Autorin und dem Beginn von Andreas Universitätskarriere. Vor allem aber vom Alkoholismus der Duras, dem zunehmenden Verfall und ihren Todesängsten.</P><P>Jeanne Moreau, glücklicherweise ganz im Zentrum des Films, spielt diese interessante, gut zu ihr passende Rolle, mit einem Minimum an Aufwand: Eine kleine Bewegung hier, ein Blick da, kurze, prägnante Sätze. Wie gekonnt das ist, merkt man am Kontrast zu ihrem Filmpartner Aymeric Demarigny, der hier leider nie mithalten kann. Auch die Inszenierung von José´e Dayan, die nach allerlei TV-Kostümschinken in den letzten Jahren nun zur Hausregisseurin der Moreau zu werden scheint, ist bis zur Blässe reduziert.</P><P>Interessant bleibt der Film vor allem durch den Einblick, den er uns in das Leben der Schriftstellerin Marguerite Duras gewährt: Er ist nicht immer schmeichelhaft. Man erlebt die wöchentlichen Krisen, wenn sie vor Verfertigung ihrer "Libé´ration"-Kolumne mit einer Schreibblockade zu kämpfen hat; erfährt, wie ihr später Erfolg, "Der Liebhaber", von der Begegnung mit Yann geprägt ist. Leben und Literatur scheinen in diesem Fall Hand in Hand gegangen zu sein.</P><P>Der zwiespältige Charakter des jungen Mannes, auf dessen autobiografischem Roman der Film fußt, bleibt dafür unterbelichtet. Dabei wäre es spannend gewesen, mehr über diesen, im herkömmlichen Sinne "schwachen" Mann zu erfahren, der sein Leben ganz einer Frau untergeordnet und damit auch geopfert hat, der sich selbst als Geliebten einer Berühmtheit neu erfand, lange, bevor es dann im Leben tatsächlich soweit war, und der bis heute dem Schatten der großen Toten nicht entkommen konnte. (In München: Theatiner, Aeroport/Aircraft.)</P><P>"Diese Liebe"<BR>mit Jeanne Moreau<BR>Regie: José´e Dayan<BR>Annehmbar</P>

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