Oscar für Caroline Link

- Hollywood - Zum ersten Mal seit 23 Jahren ist wieder ein deutscher Spielfilm mit einem Oscar gewürdigt worden: "Nirgendwo in Afrika" von der in München lebenden Regisseurin Caroline Link erhielt in der Nacht in Hollywood den Oscar als beste nicht-englischsprachige Produktion des letzten Jahres. 1980 hatte zuletzt Volker Schlöndorff für seine Literaturverfilmung "Die Blechtrommel" den Auslands-Oscar erhalten.

<P>Die 38-jährige Link konnte den Preis jedoch wegen einer Erkrankung ihrer sieben Monate alten Tocher nicht persönlich entgegen nehmen. "Ich freue mich riesig", sagte sie in einer ersten Stellungnahme. "Ich habe die Preisverleihung zu Hause vorm Fernsehen verfolgt und natürlich auf den Erfolg angestoßen."</P><P>Die Australierin Nicole Kidman (35) wurde für ihre Leistung in dem Drama "The Hours" als beste Hauptdarstellerin gewürdigt. Der 29 Jahre alte Amerikaner Adrien Brody setzte sich in dem Holocaust-Drama "Der Pianist" als bester männlicher Darsteller überraschend gegen Hollywood-Stars wie Jack Nicholson und Nicolas Cage durch.</P><P>Als beste Nebendarsteller wurden Catherine Zeta Jones in "Chicago" und Chris Cooper in "Adaptation" ("Adaption") ausgezeichnet. Das mit insgesamt 13 Nominierungen hoch favorisierte Musical "Chicago" erhielt bisher insgesamt fünf Trophäen: Neben Catherine Zeta Jones wurden auch Ausstattung, Ton, Schnitt und Kostüme gewürdigt. Der Oscar für den besten Film des Jahres steht noch aus.</P><P>Der für den Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" geehrte Michael Moore nutzte seine Dankesrede für einen energischen Appell gegen den Irak-Krieg. "Wir sind gegen diesen Krieg, George Bush. Schande über Sie, Mr. Bush!", rief er auf der Bühne aus.</P><P>Aus Angst vor Anschlägen stand die Zeremonie im Kodak Theater unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen. Der amerikanische TV-Sender ABC unterbrach seine nationale Live-Übertragung mehrmals für aktuelle Nachrichten über das Bombardement von Bagdad, von denen die Prominenten im Saal jedoch nichts mitbekamen.</P><BR>

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