Oscar-Akademie feuert Schauspieler

- Los Angeles - Erstmals hat die amerikanische Filmakademie ein Mitglied ausgeschlossen, weil es für die Oscar-Bewertung zugeschickte Filmbänder für Videopiraterie weitergereicht hat. Der amerikanische Schauspieler Carmine Caridi muss nach 22-jähriger Mitgliedschaft die Academy of Motion Picture Arts and Sciences verlassen, wie das Fachblatt "Hollywood Reporter" berichtete.

Danach soll der 70-jährige Caridi Videos von den Oscar-nominierten Filmen "Mystic River" und "Was das Herz begehrt" an einen Mann im US-Staat Illinois weitergegeben haben, der davon digitale Kopien zog und diese ins Internet stellte. <P>Die so genannten "Screeners", wie die Videos heißen, werden den Jury-Mitgliedern zur Begutachtung nach Hause geschickt. Um Videopiraterie vorzubeugen, hatte die Filmakademie in diesem Jahr erstmals von ihren Mitgliedern eine Unterschrift verlangt, dass sie die Bänder nicht aus den Händen geben.</P><P>Ende Januar wurde Caridi bereits von zwei Filmstudios wegen Copyright-Verletzung verklagt. Der Schauspieler ist aus zwei Folgen der Mafiafilmserie "Der Pate" und aus der Fernsehserie "NYPD Blue" bekannt. Caridi gibt an, er habe nichts von den illegalen Kopien gewusst und lediglich einem "Filmfan" in Illinois die Bänder zugeschickt.</P><P>Hollywoods Filmstudios beklagen sich seit Jahren über finanzielle Verluste, die ihnen durch kopierte und ins Internet gestellte Filme entstehen. Sie hatten in dieser Oscar-Saison erstmals durchzusetzen versucht, dass die Juroren keine "Screeners" mehr geschickt bekommen, sondern sich die Filme im Kino anschauen müssen. Etliche kleinere Studios hatten dagegen protestiert, weil das neue Vorgehen ihre weniger weit verbreiteten Filme benachteilige. Sie setzten sich mit ihrem Einspruch durch.</P>

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