Im Paradies des Feuerwehrmanns

- "Bin ich im Himmel?", fragt Eva. Tatsächlich, sie ist es. Aber nicht tot und wiederauferstanden im ewigen, sondern im irdischen Paradies, dem armen des Feuerwehrmannes Adam, der sie aus ihrem brennenden Haus rettete und liebt. Sie heiraten schnell, doch ebenso schnell welken die Hoffnungen. Im verflixten vierten Jahr herrscht derart langweilige Ehe-Routine, dass die beiden nur eine Alternative sehen: Baby oder Scheidung. Keine erscheint ihnen wirklich viel versprechend. Da fängt Adam etwas mit Betty an, und Eva trifft ihren Kinderschwarm Olli wieder - der Liebesreigen kann beginnen.

<P>Im ersten Moment ist man verwundert, vom tiefschwarzen österreichischen Komiker Paul Harather ("Indien", "Die Gottesanbeterin") eine solche Vierecksgeschichte zu sehen. Doch Harathers Sarkasmus, seine Vorliebe für bissige Witze nur knapp über der Gürtellinie, drängt sich auch diesmal wieder schnell in den Vordergrund.<BR><BR>Unterstützt wird er von guten Darstellern, allen voran Marie Bäumer, die den Rest der Crew an die Wand spielt - Pech vor allem für Anna Bertheau, die zweite durchaus beachtliche Hauptdarstellerin. "Adam & Eva" ist eine Beziehungskomödie der anderen Art, ein Spiel mit den Klischees. Weder in ihren Botschaften, noch im Inszenierungsstil hat sie etwas mit den konservativen Cousins aus Deutschland gemein.<BR><BR>Lug und Trug werden nicht bestraft, sondern augenzwinkernd begrüßt, Komik schließt Tragik nicht aus, Melancholie wird nicht mit Larmoyanz verwechselt. Liebe muss nicht im ewigen Glück zu zweit enden, sondern ist so chaotisch wie der Rest des Lebens. Das ist wirklich einmal eine Utopie! </P><P>- läuft hier im Kino<BR><BR>"Adam & Eva"<BR>mit Marie Bäumer, Simon Schwarz<BR>Regie: Paul Harather<BR>Sehenswert  </P>

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