Die Rache des Teenagers

- Alle Teenager-Filme der letzten Zeit, von "American Pie" über "Harte Jungs" bis hin zu "Crazy", haben etwas gemeinsam: Sie berichten über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens aus männlicher oder eher jungenhafter Perspektive. In ihrem Kino-Debüt "Große Mädchen weinen nicht" geht Maria von Heland jetzt der Frage nach, wie das Leben heute für 17-jährige Mädchen aussieht. Dafür hat sich die in Stockholm geborene und in Deutschland lebende Regisseurin über mehrere Wochen hinweg mit Mädchen getroffen und sie nach ihren Ängsten und Träumen befragt. Heraus kam ein unterhaltsamer Spielfilm, der seine Authentizität sicher auch dieser exakten Recherche verdankt.

<P>Kati (Anna Maria Mühe) und Steffi (Karoline Herfurth) sind Freundinnen, ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen sind Klamotten, Jungs und Partys. Während Kati im Dauerclinch mit ihren erzkonservativen Eltern liegt, ist bei Steffi zu Hause scheinbar alles im Lot. Bis die Mädchen in einer Szenebar Steffis Vater mit seiner Geliebten beobachten. Für Steffi bricht eine Welt zusammen, und sie sinnt auf Rache: am Vater, seiner Freundin und sogar an deren ahnungsloser Tochter Tessa (Josephine Domes).</P><P>Sensibel und mit viel Gespür für die Sprache und die Befindlichkeiten von Teenagern hat Maria von Heland ihre Geschichte umgesetzt, geschickt verpackt sie ernstere Themen wie Loyalität in der Freundschaft, Trennung und sogar Pornographie und Tod. "Große Mädchen weinen nicht" ist ein kluger, facettenreicher Film übers Erwachsenwerden mit drei ideal besetzten Hauptdarstellerinnen als mal sanfte, mal girliehaft aufgekratzte Sympathieträgerinnen. (In München: Royal.)</P><P>"Große Mädchen weinen nicht"<BR>mit Anna Maria Mühe, Karoline Herfurth, Josephine Domes<BR>Regie: Maria von Heland<BR>Sehenswert </P><P> </P>

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