Radikale Leidenschaft

"Stellas Versuchung": - Die ausgezeichneten Darsteller Natasha Richardson und Ian McKellen sind die Stärke des britischen Films "Stellas Versuchung". Zugrunde liegt diesem Melodram der Roman von Patrick McGrath, der im England der 50er-Jahre spielt.

Stella (Richardson) führt eine etwas langweilige, gutbürgerliche Ehe. Ihr Mann Max ist Psychiater. Sie verliebt sich in einen Patienten. Ihre Leidenschaft lebt sie in dieser Affäre radikal aus.

Manches an diesem Film mag antiquiert wirken. Weder das Bild einer "frustrierten Ehefrau" noch das einer repressiven Gesellschaft wirken zeitgemäß - gleiches gilt für die Lösung, in der Amour Fou, Aufbruch und individuelle Sehnsucht bestraft werden. Am ehesten mögen sich Zeitgenossen noch in diesem Aspekt wieder finden.

Grandios hingegen sind die so sparsamen wie klugen Dialoge, eine großartige, intensive Kamera und die dichte, in vorwiegend graugrüne Farben gehaltene Ausstattung, die die Leidenschaft ihrer Hauptfigur, ihre Sehnsucht nach der Düsternis unterstreicht. Das Allerbeste in diesem nicht perfekten, aber interessanten Film ist Ian McKellen, der hier mit sichtbarem Genuss einen Psychiater als Teufel in Weiß spielt.

( Ab 29. März in München: Monopol, Arena i.O.)

"Stellas Versuchung"

mit Natasha Richardson,

Ian McKellen

Regie: David MacKenzie

Sehenswert

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