RAF-Film nahm Produzent Eichinger sehr mit

Hamburg/München - Die Arbeit am Drehbuch zu seinem neuen Film "Der Baader Meinhof Komplex" hat Bernd Eichinger schwer zu schaffen gemacht. "Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieser Film so mitnehmen, so angreifen würde", sagte der Produzent dem "Playboy".

Die Vorstellung, dass zu RAF-Zeiten Menschen "mit all ihrer Kraft, ihrer Fantasie und mit ihrem großen Talent ihr Leben verloren haben, diese fehlgeleitete Energie" - das alles habe ihn plötzlich sehr traurig gemacht. "Ich hatte damit schwer zu kämpfen, bin in eine regelrechte Depression verfallen", sagte der 59-Jährige.

"Der Baader Meinhof Komplex", der am 25. September in den Kinos startet, zeigt die RAF-Terroristen als charismatische Popstars, die coole Sonnenbrillen tragen, schnelle Autos fahren und freizügig lieben. Eichinger möchte jedoch diese Darstellung nicht als glamourös bezeichnen: "Das ist kein Glamour, "Glamour" ist ein neues Wort. Aber wir müssen von Faszination reden. Schließlich waren die Intellektuellen und alle möglichen Leute charismatisiert von diesen Menschen. Das ist ein Teil der Wahrheit, und die muss der Film zeigen, sonst taugt er nichts."

Er beabsichtige mit seinem Film nicht, jungen Menschen das Verhalten der RAF-Terroristen verständlich zu machen: "Keiner kann nachempfinden, dass einer eine Knarre nimmt und einfach jemand anderen umlegt, weil er Weltrevolution im Sinn hat. Das wird man nie nachvollziehen können", sagte er dem Blatt.

"Der Baader Meinhof Komplex" basiert auf dem gleichnamigen Buch des Ex-"Spiegel"-Chefs Stefan Aust. Eichinger ist Produzent, Uli Edel führt Regie. Zu der deutschen Star-Besetzung zählen Moritz Bleibtreu (Andreas Baader), Martina Gedeck (Ulrike Meinhof) und Johanna Wokalek (Gudrun Ensslin).

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