Rauben und Kinder beschimpfen

- Wer Weihnachten nur als populäres Mittel zur Umsatzsteigerung im Einzelhandel ansieht, für den ist "Bad Santa" der passende Film. Denn was Regisseur Terry Zwigoff einfällt, ist von Grund auf bösartig - und schon deswegen wunderbar.

<P>Willie T. Strokes (Billy Bob Thornton) verdingt sich alle Jahre wieder mit seinem zwergenwüchsigen Kumpel Marcus (Tony Cox) als Kaufhaus-Weihnachtsmann. Er säuft und hurt herum, beschimpft Kinder und verweigert die Geschenkausgabe. Marcus bemüht sich zwar darum, die Form zu wahren. Aber eigentlich geht es den Gaunern um etwas anderes: Sobald an Heiligabend alle im trauten Kreise die Lichtlein entzünden, räumen sie ein Warenhaus aus.</P><P>Doch in diesem Jahr haben sie sowohl mit einem Hausdetektiv zu kämpfen als auch mit einem dicklichen Jungen, der unerschütterlich an den Weihnachtsmann glaubt - auch wenn der den Kindern lieber die Schokolade wegfrisst, als ihre Wünsche zu erfüllen. Mitten im Herz des US-Kapitalismus steht Weihnachten. Ein Fest, das zu einem gigantischen, von verlogenem Lametta umkränzten Warentausch verkommen ist. Zwigoff findet stets die passenden, pointierten Bilder und Szenen für seine Kritik. </P><P>Billy Bob Thornton, der seit "Monsters Ball" als der wahre Profi gelten muss, wenn es darum geht, dem klassischen Loser einen letzten Hauch von Würde zu verleihen, trägt den Film. Die Hauptfigur ist aber der kleine engelslockige Fettwanst Theram (Brett Kelly), der unbeirrt ans Gute glaubt. Und siehe da, an Theram zerbricht am Ende sogar der Menschenhass des frustrierten Alkoholikers. So klingt in diesem zotigen Anti-Weihnachtsfilm in den letzten Minuten sogar noch ein versöhnlicher Ton durch. </P><P>(In München: Maxx, Mathäser, Cinema i.O.)<BR>"Bad Santa" <BR>mit Billy Bob Thornton, Tony Cox <BR>Regie: Terry Zwigoff Sehenswert </P>

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