Recherche bei der Rivalin

- Es gibt diese unterschätzten Filme, die schnell in eine Schublade gesteckt werden, obwohl sie einen zweiten Blick verdient hätten. "Die Ex-Freundinnen meines Freundes" gehört dazu. Die junge Stacey arbeitet in der Redaktion einer TV-Talkshow und nutzt diese Position aus, als sie zufällig entdeckt, dass ihr Freund noch gelegentlich Kontakt zu ehemaligen Freundinnen hat. Sie ruft die jungen Damen an und horcht sie unter dem Vorwand von Recherchen für die Sendung aus - was naturgemäß zu Verwicklungen führt.

<P>Der Brite Nick Hurron, selbst jahrelang beim Fernsehen tätig, umschifft souverän alle Klischees und inszeniert eine rasend komische und überraschend kluge Satire über die Mediengesellschaft und ihre Auswüchse. Der ätzende Tonfall und der hellsichtige Zynismus machen aus einer potenziell harmlosen Romanze einen ernüchternd erwachsenen Film über Männer, Frauen und den Wahnsinn dazwischen.</P><P>Brittany Murphy verbindet in der Hauptrolle des überforderten Karriere-Püppchens überzeugend Klamauk und Charakterstudie. Den grandiosesten Auftritt hat freilich Kathy Bates als moralisch völlig verkommene Moderatorin einer jener Müll-Talk-Shows, die es auch im deutschen Fernsehen schon lange gibt. Ein kleines Meisterwerk. (In München: Mathäser.)</P><P>"Die Exfrauen meines Freundes"<BR>mit Brittany Murphy, Kathy Bates<BR>Regie: Nick Hurran<BR>Sehenswert </P>

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